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Kapellen startet mit viel Diplomatie - 5.11.09

Bürgermeisterwahlkampf

LAUPHEIM Große Neugier hat Rainer Kapellen mit seiner Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters in Laupheim geweckt: Bei seiner ersten öffentlichen Vorstellung gestern Abend herrschte so viel Andrang, dass die Plätze im Schützensaal kaum ausreichten.

Von unserem Redakteur Reiner Schick

"Überwältigt" sei er vom Interesse, sagte der 46-Jährige, der seine Ehefrau Ursula und seine beiden Kinder (19 und 16) mitgebracht hatte, die sich schon mal mit ihrer möglichen neuen Heimat vertraut machen durften. Denn Kapellen stellte klar: Im Falle eines Wahlerfolgs am 6. Dezember werde die ganze Familie nach Laupheim ziehen. Ebenso machte er deutlich, dass er trotz CDU-Parteibuch nicht allein der Kandidat der Laupheimer Christdemokraten sein will. "Ich möchte für alle Bürger da sein", sagte Kapellen und erntete Beifall.

Ruhig und sachlich, ohne die Anspannung ganz abstreifen zu können, stellte sich der als Erster Bürgermeister der Großen Kreisstadt Weingarten tätige Kandidat in einem rund 30-minütigen Vortrag den aufmerksam lauschenden Besuchern vor. Gezielt, aber keinesfalls prahlerisch verwies er auf seine Verwaltungskompetenz und manche Errungenschaft während seiner Amtszeit als Stellvertreter des Weingartener OB und Dezernatsleiter für die Bereiche Personalwesen, öffentliche Ordnung, Familie und Soziales, Kultur und Tourismus, Liegenschaften und Wirtschaftsförderung. Wer eine feurige Wahlkampfrede und erste Attacken auf die Amtsinhaberin Monika Sitter oder den Mitbewerber Rudolf Henn erwartet hatte, wurde enttäuscht. Selbst mit gezielten Fragen aus dem Publikum etwa nach der Karl-Jegg-Stiftung, seinen geplanten Umgangsformen mit den Stadträten und Verwaltungsangestellten oder der Wertschätzung der Ortschaftsräte ließ sich Kapellen nicht aus der Reserve locken. "Ich werde heute Abend keine Lösungen für Laupheimer Anliegen präsentieren das wäre anmaßend", sagte Kapellen.

Kapellen fügte allerdings auch an, dass sich dies im Laufe des Wahlkampfs durchaus ändern könnte: "Ich habe deshalb heute Karten verteilen lassen mit der Bitte, mir Ihre Anliegen mitzuteilen." "Was erwarten Sie von mir als Bürgermeister? Welche Themen/Projekte sollten wir in Laupheim und seinen Ortschaften in den nächsten fünf Jahren miteinander angehen?" So lauteten die Fragen auf den Karten, die die Besucher in eine Box werfen durften. Mit dem einen oder anderen Thema will sich Kapellen in den nächsten viereinhalb Wochen bis zur Wahl auch öffentlich auseinandersetzen.

dann spricht die Frau

Im Bemühen um Diplomatie versäumte Kapellen eine klare Antwort auf die Frage einer Erstwählerin, warum junge Menschen gerade ihn wählen sollten. Spontaneität bewies er in einer anderen Situation und brachte damit prompt etwas Leben in den sonst eher trockenen Abend. "Sie geben hier eine bärenstarke Vorstellung, was uns allen sehr gut gefällt. Wo aber liegen Ihre Schwächen?", wollte ein Besucher wissen. Dem Vorschlag eines weiteren Zuhörers, die Antwort seiner Frau zu überlassen, folgte der Kandidat sofort. "Jetzt haben Sie mich auf dem falschen Fuß erwischt", meinte Ursula Kapellen zunächst, um ihren Mann dann doch ein wenig zu beschreiben. Kochen sei das Einzige, was er nicht so gut könne wie sie. Er investiere viel Zeit für die Bürger ("Für die Familie bleibt da manchmal ein bisschen weniger Zeit übrig") und versuche, vielen gerecht zu werden: "Dabei hat er einen sehr hohen Anspruch. Darum liebe und schätze ich ihn."

In den kommenden Wochen buhlt Rainer Kapellen nun um die Gunst der Laupheimer Wähler. Hierzu will er mit den Bürgern sei es auf dem Wochenmarkt, in den Vereinen, bei seinen Vorstellungsrunden in den Teilorten oder einfach in der Stadt verstärkt ins Gespräch kommen: "Sprechen Sie mich jederzeit an."

Großer Andrang herrschte gestern Abend im Schützensaal bei der ersten öffentlichen Vorstellung von Bürgermeisterkandidat Rainer Kapellen. Foto: Schick

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Ausgabe Laupheim 5.11.2009