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Monika Sitter in Obersulmetingen - 21.11.09

Amtsinhaberin sieht Stadt bei Bildung + Betreuung

Monika Sitter referierte in Obersulmetingen „über das, was in den vergangenen acht Jahren geleistet worden ist“. Foto: Schick

OBERSULMETINGEN Vor 36 Zuhörern im "Löwensaal" in Obersulmetingen hat Bürgermeisterin Monika Sitter die städtischen Errungenschaften ihrer Amtszeit dargelegt. In der anschließenden Diskussion beklagten sich die Besucher über die spärliche Präsenz des Stadtoberhaupts in den vergangenen acht Jahren im Teilort.

Von unserem Redakteur Reiner Schick

"Wer aus dem Amt heraus kandidiert, ist bei den Bürgern zum großen Teil schon persönlich bekannt mit all seinen Ecken und Kanten", kommentiert Monika Sitter gegenüber der SZ den im Vergleich zu den Auftritten des Konkurrenten Rainer Kapellen eher bescheidenen Besuch ihrer Wahlveranstaltungen in den Teilorten. Wer mit einer flammenden Werbung in eigener Person gerechnet hat, wird eines Besseren belehrt: Der Auftritt der mit Filzschreiber bewaffneten, vor einer selbst gestalteten Plakatwand stehenden Amtsinhaberin gleicht eher einem Vhs-Vortrag denn einem Wahlkampf.

Statt einer klassischen Wahlrede ("Die Leute wissen doch, dass ich kandidiere") hält Monika Sitter ein Referat "über das, was in den vergangenen acht Jahren geleistet worden ist" und wählt dabei meist die "Wir"-Form. Zentrale Punkte ihrer Ansprache, die sich inhaltlich an ihrem achtseitigen Wahlprospekt "Zukunft Laupheim" orientiert, sind die Themen Bildung, Betreuung und Familie. Hier habe man die größten Fortschritte erzielt etwa mit der Einrichtung neuer Kinderkrippen, des Kinderhorts an der Schule oder der Einführung der Ganztagesbetreuung in allen Schularten. "Im Punkt Betreuung und Bildung sind wir super, super aufgestellt."

Monika Sitter verweist auch auf die Reduzierung der städtischen Schulden während ihrer Amtszeit von 40 auf derzeit "28 oder 29 Millionen Euro", den Erhalt von Arbeitsplätzen durch den Verbleib der Bundeswehr und der Firmen Airbus (jetzt Diehl Aircabin) und Kässbohrer, die "fortlaufend schöne" Entwicklung der Innenstadt oder im sozialen Bereich auf die Installierung eines Seniorenbeauftragten und einer Ansprechpartnerin für Behindertenarbeit.

Weniger Raum nimmt in ihren Betrachtungen der Teilort Obersulmetingen selbst ein. "Wo drückt bei Ihnen der Schuh?", will Monika Sitter schließlich wissen. Dazu präsentiert sie auf der Plakatwand das Ergebnis aus Untersulmetingen zu dieser Frage. Manche dieser Themen wie der Biber oder die Südkurve beschäftigen auch die Obersulmetinger. Eine Antwort auf die Frage des langjährigen Hauptschul-Rektors Meinrad Mohr, wie sie persönlich zur Diskussion um die neue Werkrealschule und die Frage der künftigen Nutzung der Klassenräume in Obersulmetingen stehe, bleibt die bei diesem Thema merklich unsichere Kandidatin schuldig. "Ich unterstütze Obersulmetingen auf alle Fälle", meint sie schließlich auf Mohrs Anregung, die Werkrealschulklassen 5 und 6 im Teilort zu unterrichten.

Zweifel am Wert der Teilorte

Aus ihren Zweifeln an der von Monika Sitter propagierten großen Wertschätzung der Ortsteile machen mehrere Zuhörer kein Hehl. An die von einem Bürger angeführte Haushaltssitzung im Frühjahr, die sie vor der Bürgerfragestunde verlassen habe, will sich die Laupheimer Rathauschefin "nicht mehr so recht erinnern". Den Vorwurf eines Besuchers, dass die im Wahlprospekt aufgeführten Angaben zu den Investitionen ins SVS-Sportzentrum (150 000 Euro) oder in die Sanierung des Lehrschwimmbeckens (645 000 Euro) einen falschen Eindruck erweckten ("Bei den städtischen Projekten nennen Sie keine Zahlen, dagegen sind die Investitionen in Ober- und Untersulmetingen minimal"), beantwortet Sitter so: "Ich kann Ihnen die Zahlen raussuchen, wenn Sie möchten."

Ob sie ähnlich gute Kontakte zu den Regierungskreisen in Stuttgart vorweisen könne wie der Konkurrent Kapellen, will ein Zuhörer wissen. Sitter: "Mich kennen in Stuttgart alle Persönlichkeiten das sind lauter Männer." Schon deshalb steche sie dort heraus. Im Regierungspräsidium Stuttgart sei sie aufgrund ihrer früheren Tätigkeit im Regierungspräsidium Augsburg gut bekannt, und zu Günther Oettinger habe sie einen guten Kontakt: "Obwohl ich kein Parteibuch habe."


Zitate

"Das unsinnigste Bauwerk, das ich in jüngster Zeit erlebt habe." (Monika Sitter über die Südkurve, die die Bahnreisenden von Laupheim-Stadt ohne Umstieg nach Biberach befördert)

"Ich war gespannt, ob sie überhaupt nach Obersulmetingen findet bei diesem Nebel." (Ein Zuhörer in Anspielung auf die Monika Sitter vorgeworfene, mangelnde Präsenz im Ortsteil)























































































































































































































































































































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Ausgabe Laupheim 21.11.2009