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Monika Sitter stellt sich vor - 25.11.09

„Geleistetes kann sich sehen lassen“

LAUPHEIM (reis) Amtsinhaberin Monika Sitter hat den während ihrer Amtszeit erreichten "deutlichen" Schuldenabbau und die Investitionen in Höhe von 82 Millionen Euro in den Blickpunkt ihrer 19-minütigen Rede gestellt. Mit Blick auf die Zukunft bezeichnete sie die Themen Bildung und Betreuung als "Schlüsselbereiche".

Wenn sie wie gestern in der Herrenmahdhalle in so viele vertraute Gesichter blicke, wisse sie: "Hier bin ich daheim", sagte Sitter und erntete Beifall. Sie erinnerte sogleich an die "schwierige Finanzsituation" zu Beginn ihrer Amtszeit mit "tatsächlich 40 Millionen Schulden". Diese hätten "deutlich zurückgefahren werden" können, und eine jährliche Ersparnis von "über 700 000 Euro Kreditzinsen" eröffne neue Spielräume. Was in den vergangenen acht Jahren entstanden sei, könne sich sehen lassen. Von den Investitionen in Höhe von 82 Millionen Euro "habe ich viele Millionen über Zuschüsse und Förderprogramme zurückgeholt", sagte Sitter. Als Projekte nannte sie unter anderem die Schulerweiterung, den Hartplatz, die Mehrzweckhalle, die Sanierung des Gretel-Bergmann-Stadions und der Rottumhalle. Auch im sozialen Bereich sei mit der Benennung eines Seniorenbeauftragten im Rathaus, mit der Schaffung einer Kinderkrippe sowie der Ganztagesbetreuung an den Schulen viel erreicht worden. Der "erste Platz bei der IHK-Standortstudie und beim Einzelhandelskompendium" zeige, dass "auch andere das in Laupheim Geleistete anerkennen". Für höhnisches Gelächter und Raunen sorgte die Amtsinhaberin mit ihrer Bemerkung: "Ganz besonders wichtig war bei all den Entscheidungen, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat in diesen schwierigen Zeiten an einem Strang gezogen haben. Oft haben wir schwer miteinander gerungen, aber in der Sache bestand immer Einigkeit."

Diplomatie nicht die Stärke

Sie fühle sich durch und durch als Laupheimerin, hier Bürgermeisterin zu sein, "ist für mich eine Herzenssache". Sitter räumte ein, "manchmal zu hartnäckig oder zu ungeduldig" gewesen zu sein: "Ich habe auch Fehler gemacht. Wenn ich dabei jemanden persönlich verletzt oder enttäuscht habe, dann tut mir das ehrlich leid und ich bitte um Entschuldigung." Diplomatie sei nicht ihre große Stärke, "aber den Kurs halten". Sie wolle in Zukunft "manches gelassener angehen" und "den Konsens mehr in den Mittelpunkt meiner Arbeit stellen". Als "wichtige Schlüsselbereiche" dieser Arbeit nannte sie weitere starke Investitionen in die Bereiche Bildung ("Die Schulentwicklung wird in den kommenden Jahren unser Dauerthema sein") und Betreuung ("Mein Traum ist ein Mehrgenerationenhaus auf dem Rupf-Areal"), den Ausbau des "hervorragenden Wirtschaftsstandorts" Laupheim, die Stärkung des kulturellen Angebots sowie die Entwicklung der Kernstadt und der Teilorte. Sie sei eine "Laupheim vertraute, hier erfahrene Bürgermeisterin" und stehe für eine "lebendige, familienfreundliche, mitmenschliche, moderne und zukunftsorientierte" Stadt.

„Warum reden Sie Erfolge klein?“

Monika Sitter sah sich nach ihrer Rede vielen kritischen Fragen aus dem Publikum ausgesetzt und scheute sich bisweilen vor klaren Antworten. Etwa auf die Frage von Elisabeth Kilian, Mitinitiatorin der Bürgerinitiative "Pro Laupheim", ob die Bürgermeisterin aufgrund des schwierigen Verhältnisses zum Gemeinderat an ihrem umstrittenen Führungsstil etwas ändern wolle? "Es kommt darauf an, dass die Beschlüsse einstimmig sind", meinte Sitter, und dies sei bei den Haushaltsbeschlüssen "in den letzten sechs Jahren" immer der Fall gewesen.

Der Bitte eines Zuhörers, dem Publikum mitzuteilen, auf welches der für den hohen Schuldenstand zu Beginn ihrer Amtszeit mitverantwortlichen Projekte Bau des Kulturhauses, Ausweisung von Gewerbegebiet für die Firmen Aircabin und Burgmaier sie verzichtet hätte, wich Sitter mit der Antwort aus: "Burgmaier wurde während meiner Amtszeit gebaut und Aircabin während meiner Amtszeit erweitert." Und der Zuhörerin, die wissen wollte, ob die Bürgermeisterin es in Ordnung finde, dass sie die gegen ihren anfänglichen Widerstand realisierte Einrichtung des Museums und den Bau des Sulmetinger Sportzentrums als ihr Verdienst darstelle, erklärte Monika Sitter: "Ich kann Ihre Verärgerung darüber verstehen, dass ich dem SV Sulmetingen nicht gleich 150 000 Euro zugestanden habe. Aber die Konsolidierung des Haushalts stand nun mal im Vordergrund."

Auf den Vorwurf, dass auf das "zentrale Wahlversprechen vor acht Jahren", ein Verkehrskonzept zu erarbeiten, nichts geschehen sei, räumte die Bürgermeisterin ein: "In punkto Verkehr haben wir noch am meisten aufzuholen." Aber man habe "über zehn Millionen Euro in die Sanierung der Kanalisation investiert, Schulen und Schwimmbäder gebaut und Einrichtungen gepflegt." Sitter: "Wir haben andere Schwerpunkte gesetzt."

Die Finanz- und Steuerexperten Dettenrieder und Roggenstein stellten die von Monika Sitter im Wahlprospekt angeführte Höhe des Schuldenabbaus von 10 Millionen Euro sowie die jährliche Kreditzinsersparnis von 700 000 Euro in Frage. "Warum reden Sie die Erfolge der Stadt klein? Ich verstehe das nicht", meinte Sitter.

Untersulmetingens Ortsvorsteher Franz Romer wollte von Monika Sitter wissen, ob ihre Aussage stimme, dass sie der Landkreis nicht interessiere, weil er nur Kostenfaktor sei, und ihr der Städtetag wichtiger sei? "Darf ich es so verstehen, dass Sie mich im Kreistag als Kollegin vermissen?", fragte Monika Sitter zurück. "Ja aber nicht erst jetzt, viel früher hätte ich Ihr Engagement erwartet", sagte Romer. Daraufhin entgegnete Sitter: "Wir haben aus Laupheim sehr gute Persönlichkeiten, die sich im Kreistag engagieren."

Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim 7.12.2009