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Rainer Kapellen in Untersulmetingen - 21.11.09

Der Herausforderer will die Menschen „mitnehmen“

Rainer Kapellen sprach in Untersulmetingen über seinen Amtsstil: „Ein Bürgermeister muss die Leute mitnehmen.“ Foto: Ray

UNTERSULMETINGEN Rund 150 Zuhörer sind am Mittwochabend trotz des Fußball-Länderspiels Deutschland Elfenbeinküste in die Mehrzweckhalle gekommen, um den Bürgermeisterkandidaten Rainer Kapellen zu hören. "Das zeigt das große Interesse an der Wahl am 6. Dezember", resümierte der Ortsvorsteher Franz Romer.

Von unserem Redakteur Roland Ray

Das Mikrofon in der Rechten, ein Kärtchen mit Stichworten in der Linken, tritt Rainer Kapellen vor sein Publikum und plaudert zunächst aus dem Familien-Nähkästchen. Sein Sohn ist Zivi in einem Kindergarten, die Tochter macht Mittlere Reife, seine Frau Ursula wird ihn nachher nach Hause chauffieren und sollte es klappen am 6. Dezember, "dann ziehen wir so schnell wie möglich nach Laupheim".

Warum will er Weingarten verlassen? Nach 19 Jahren als Ortsvorsteher und OB-Stellvertreter sei der Wunsch vorhanden, sich zu verbessern, bekennt Kapellen: "Es ist schon ein Unterschied, ob man zweiter Mann im Rathaus ist oder aus der ersten Reihe etwas mit den Bürgern gestalten kann." Zumal in einer "stolzen, sehr dynamischen Stadt mit großem bürgerschaftlichem Engagement" wie Laupheim.

Was dürfen die Leute von ihm erwarten? "Kompetenz", sagt Kapellen und nennt Beispiele, was in der Weingartener Kommunalpolitik gelaufen ist. Mit den Überschüssen der Stadtwerke wird ein Stadtbus subventioniert, der unrentable Strecken abdeckt; eine Bürgerenergiegenossenschaft hat 170 000 Euro in Fotovoltaik auf öffentlichen Dächern investiert; den preisgekrönten Stadtgarten hat man die Bürger verantwortlich mitgestalten lassen. Die Botschaft, die Kapellen daran knüpft, ist eingängig: Ein Bürgermeister muss Stadträte und Bevölkerung "mitnehmen", muss den Dialog und mehrheitsfähige Lösungen suchen "nötigenfalls braucht es eben einen zweiten Anlauf".

Was darf man von Kapellen noch erwarten? Einen offenen, freundlichen Umgang, sagt der Kandidat "man muss sich auch hinterher in die Augen schauen können". Bodenständigkeit. Und "wirtschaftliches Handeln". "Weingarten hat auch keine riesigen Einkünfte", rechnet Kapellen vor; doch sei das kein Grund zu zagen. "Ich habe gelernt, was es heißt, wenig Geld zu haben und trotzdem kreativ etwas auf den Weg zu bringen", verkündet er. Dabei gehe es nicht immer nur ums Sparen: "Man muss etwas wagen, um etwas zurückzubekommen. Wer ernten will, muss säen."
"Parteipolitik spielt keine Rolle"

Ein Wort zu seinem Parteibuch: "Ich bin nicht der Kandidat der CDU, ich möchte der Kandidat aller Bürger sein. Parteipolitik hat in meiner Arbeit nie eine Rolle gespielt." Der Ravensburger CDU-Kreistagsfraktion gehöre er an, um aus erster Hand informiert zu sein, zum Nutzen der Stadt Weingarten.

Beim Thema Ortschaften gibt Kapellen Vollgas: Als früherer Ortsvorsteher von Ailingen kenne er den Blickwinkel hin zur großen Stadt, wisse genau, "wie es ist, wenn etwas gestrichen oder gekürzt wird". Er lobt Laupheims Stadträte für ihr Bestreben, Kompetenzen an die Ortschaftsräte zu delegieren: "Damit habe ich kein Problem." Als Bürgermeister möchte er regelmäßige Gesprächsrunden mit den Ortsvorstehern einrichten. Was die Ortschaften priorisieren, gebe den Takt vor.

Wo er Aufgabenschwerpunkte in Laupheim sehe, fragt ein Zuhörer. "Ich bin dabei, Anliegen einzusammeln", antwortet Kapellen. Dann werde er versuchen, sich eine Meinung zu bilden um spätestens bei der offiziellen Kandidatenvorstellung durch die Stadt am 24. November Aussagen treffen zu können. So viel vorweg: Auf dem Rupf-Areal "muss schnell etwas passieren"; dieses Eingangstor in die Stadt sei aktuell wahrlich keine Visitenkarte. Eher allgemein äußert Kapellen sich auf eine Nachfrage zum Thema neue Werkrealschule: "Eine Hauptschule, die sich nicht auf diesen Weg begibt, wird"s schwer haben." Kein Wort an dieser Stelle zu Obersulmetingen.

Franz Romer sagt, dass es mit der Stimmung und Motivation der städtischen Mitarbeiter nicht zum Besten stehe. Ohne sie könne ein Amtschef nichts erreichen, betont Kapellen. "Auch die Mitarbeiter müssen gewonen werden, ihr Sachverstand kann dem Bürgermeister nur nützen."

Zitate

"Ein Bürgermeister lebt nicht davon, wer was erfunden hat, sondern davon, welche Ergebnisse es bringt." (Rainer Kapellen über sein Amtsverständnis)

"Wenn man den Leuten etwas zutraut, dann trauen die sich was." (Kapellen über seinen Führungsstil)

"Viel Nutzen, viel Beratungsleistung." (Kapellen über das Modell Energieagentur)











































































































































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Ausgabe Laupheim 21.11.2009