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Rainer Kapellen stellt sich vor - 25.11.09

„Offenheit und Dialog – dafür stehe ich“

LAUPHEIM (ry) Das für eine erfolgreiche Arbeit unverzichtbare Miteinander von Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft hat Rainer Kapellen in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt. Wie angekündigt, formulierte er gestern Abend auch konkrete Ziele, die er im Falle seiner Wahl zum Laupheimer Bürgermeister in Angriff nehmen will.
"Ich bin jetzt 20 Jahre in Führungspositionen und weiß, was es heißt, Verantwortung für eine Stadt mit beinahe 20 000 Einwohnern und vier Ortsteilen zu tragen", sagte Kapellen. "Außerdem glaube ich, dass Laupheim menschlich und von der Struktur her ideal zu mir passt."

Ein Bürgermeister brauche immer Mehrheiten und "Akzeptanz quer durch die ganze Bevölkerung", betonte der Kandidat. Diese Einsicht habe seine bisherige Arbeit geprägt: "Offenheit, Dialog und gegenseitige Achtung dafür stehe ich, nach innen und nach außen". Mit einem kooperativen Führungsstil wolle er die Mitarbeiter im Rathaus für seine Anliegen gewinnen und für die Bürger jederzeit ansprechbar sein. Menschen zusammenzuführen und tragfähige Lösungen zu finden "das ist eine Stärke von mir". Mit Laupheims Jugendlichen möchte Kapellen, sollte er die Wahl gewinnen, Möglichkeiten der offenen Jugendarbeit besprechen. Gern würde er ein Instrument der Mitsprache installieren, etwa nach dem Modell des Weingartener Jugendgemeinderats.

In Sachen Kinderbetreuung schwebt ihm ein Kindergartenkuratorium mit den Trägern, Elternvertretern und Erzieherinnen vor "zweimal im Jahr könnte man sich über die mögliche Optimierung der Angebote Gedanken machen". Kapellen will sich auch dafür einsetzen, dass zumindest in einer Einrichtung eine Betreuung von 6 bis 20 Uhr ohne Schließtage ermöglicht wird; damit könnte man speziell den Bedürfnissen der Beschäftigten im Einzelhandel und in Pflegeberufen Rechnung tragen. Über ein "Haus der Familie" wäre es möglich, eine gemeinsame Anlaufstelle zu schaffen und die Generationen zusammenzubringen. Das Wissen und die Erfahrung der Senioren wolle er nutzen und in seine Entscheidungen einbinden, sagte Kapellen. In Weingarten, wo er derzeit als Erster Bürgermeister tätig ist, werde er von einem Stadtseniorenrat beraten.

Dringlich erscheint Kapellen eine Verkehrsanalyse. Die Bürger sollen dabei sagen können, wo der Schuh drückt. "Ein Stückwerk zu Lasten anderer Straßen und Wohngebiete darf es nicht geben." Auf dem Rupf-Areal "die Visitenkarte zur Innenstadt" müsse schnell etwas passieren. Ein Standort in der Nähe des Kulturhauses könnte für ein Hotel besser geeignet sein und das kulturelle Angebot ergänzen. Die Teilorte dürften "in keinem Fall das Gefühl haben, das fünfte Rad am Wagen zu sein". Ortsvorsteher und Ortschaftsräte seien "Partner auf Augenhöhe, nicht Bittsteller". Apropos Handel und Gewerbe: Sobald die Konjunktur anzieht, würde Kapellen "voll in die Offensive gehen, um mit einem Marketingkonzept zukunftsträchtige Betriebe für Laupheim zu gewinnen". Eine Schuldenbegrenzung sei "oberstes Gebot", allerdings dürfe man "nicht in eine Schockstarre verfallen". Chancen müssten genutzt werden; "wenn die Stadt den erreichten Standard halten will, darf nicht nur gespart werden. Man muss auch säen, damit man ernten kann", sagte der Kandidat und erntete Beifall dafür.

Zu seiner CDU-Mitgliedschaft sagte Kapellen, Parteipolitik habe bei seiner Arbeit auf dem Rathaus nie eine Rolle gespielt. Als CDU-Kreisrat in Ravensburg komme er schneller an Informationen und habe ein breiteres Netzwerk, zum Vorteil der Stadt Weingarten. Um rechtzeitig über Weichenstellungen Bescheid zu wissen, würde er auch für den Biberacher Kreistag kandidieren; das könnte zum Beispiel von Nutzen sein bei Entscheidungen über den Krankenhausstandort.

„Ich muss mich ins Zeug legen“

Mit einer kitzligen Frage hat die Fragerunde für Rainer Kapellen begonnen. Es gehe das Gerücht um, er sei "aalglatt und unmenschlich", sprach Erich Bock. Beim Körperbehindertenzentrum Oberschwaben (KBZO), wo Kapellen den Aufsichtsrat leitet, sei vor Weihnachten ein Vorstandsmitglied entlassen worden. Diese Entscheidung "ist uns schwer gefallen", antwortete Kapellen; sie sei über einen längeren Zeitraum gereift und einstimmig gefallen "dann wird das also Gründe haben".

"Warum sollten Jungwähler für Sie stimmen?", fragte Lars Mayr. Kapellen wies auf seinen Sohn und seine Tochter, 19 und 16 und in der Halle anwesend: "Bei uns zu Hause wird über die Anliegen junger Leute gesprochen. Da bringe ich ein Grundverständnis mit."

Wieso er sich nach seiner Bewerbung unverzüglich und "heftig" bei der BI "Pro Laupheim" ins Zeug gelegt habe, wollte Ursula Haffner wissen. "Ich habe mich generell ins Zeug gelegt, das muss ich auch", versetzte Kapellen und hatte den Beifall auf seiner Seite; bei der BI habe er eben zuerst einen Termin bekommen.

Er sei durchaus durchsetzungsfähig, erwiderte Kapellen auf eine andere Frage "wenn ich mich erwärmt habe für ein Thema und mich entschieden habe, dann kämpfe ich auch dafür". Auf die Frage, was er angesichts der Laupheimer Schulden getan hätte, passte Kapellen: "Was soll ich Ihnen erzählen, ich war nicht dabei."

Auf die Frage, was er als Bürgermeister in den ersten 100 Tagen anpacken würde, nannte der Kandidat drei Vorhaben: die Verkehrssituation analysieren und in eine Diskussion einsteigen; Klarheit gewinnen, wie es auf dem Rupf-Gelände weitergeht; das Miteinander pflegen und die Anliegen der Rathaus-Mitarbeiter hören. Das Kinder- und Heimatfest und musisch-kulturelle Belange will er fördern.

In der Region Ravensburg stünden in naher Zukunft elf BM- und OB-Wahlen an, stellte ein Zuhörer fest "rechnen Sie sich in Laupheim mehr aus als in Ihrer Region?" Bündige Antwort: "Ja."

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Ausgabe Laupheim 25.11.2009