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Rudolf Henn stellt sich vor - 25.11.09

„Grüß Gott, ich bin 61 und Bildhauer“

LAUPHEIM (am) Die Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Rudolf Henn hat gestern Abend phasenweise mehr an den Auftritt eines Comedians erinnert als an die Vorstellung eines ernst zu nehmenden Bewerbers. Ohne erkennbares Konzept für Laupheim wandte er sich vom Podium an das Publikum in der Herrenmahdhalle.

Als letzter Kandidat betrat Rudolf Henn in kurzer Smokingjacke, mit roter Fliege und passendem Einstecktuch das Podium. Ohne Karteikärtchen oder sonstige Hilfsmittel, die ihm bei der Vorstellung seiner Person und seines Konzeptes hätten behilflich sein können. Dementsprechend verliefen die 20 Minuten, die jeder Kandidat Zeit hatte: konfus und unstrukturiert. Nach der Begrüßung "Grüß Gott, ich bin 61 Jahre und Bildhauer" und dem Hinweis, er sei gläubiger Katholik und sehr religiös, verlor Henn offenkundig den Faden und brach die Vorstellung seiner Person ab. Mit den Worten "belassen wir es dabei" wechselte er zu dem Thema, das ihm besonders am Herzen liege: "Arbeitsplätze". Den Ausführungen konnte man jedoch nur schwer folgen.

Den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze will Henn realisieren, indem er sie aus der hiesigen Verwaltung auslagert. Er will Investoren überreden und ihnen Anreize bieten. "Doch was bedeutet es für die Kommune?", wollte eine Zuhörerin wissen. "Löhne und Gehälter werden nicht gemindert, sondern übernommen", war die Antwort Henns. Großes Gelächter, einige Besucher verließen den Saal.

Der Redner verwies auf sein weiteres Anliegen die Menschen ohne Arbeit. "Ein Arbeitsloser ist ein Ertrinkender", sagte Henn. Er wünschte sich deshalb von den Mitarbeitern der Arbeitsagenturen, dass sie die Arbeitslosen und Arbeit Suchenden unterstützen und begleiten. "Die finanzielle Unterstützung ein Mal im Monat reicht nicht aus" war Henns Meinung. Bei der älteren Generation sei die Arbeitssuche noch schwieriger, denn "wer will schon einen 50- oder einen 60-Jährigen beschäftigen?". "Wir sind die Grufti- oder Mittelaltergeneration", sagte er und fand damit die Überleitung zu seinem nächsten Thema: Jugend. "Mit meinem Sprachgebrauch demonstriere ich, dass ich mich auf die jungen Leute einlassen kann", sagte er. "Die Jugend hat wenig Interesse an der Politik, weil sie von den Älteren nicht ernst genommen wird." Deshalb will er mit den "jungen Leuten reden und auch mal zuhören".


Fünf Minuten genügen

Auch Rudolf Henn hatte wie seine Mitstreiter Monika Sitter und Reiner Kapellen 20 Minuten Zeit, um auf Fragen der Besucher zu antworten. Im Gegensatz zu den beiden anderen Kandidaten war jedoch seine Fragerunde nach fünf Minuten vorbei.

Erich Bock: "Ich als Obergrufti möchte wissen, welchen Dienst Sie bei der Polizei geleistet haben. Was haben Sie dort gemacht? Mit welchen schweren Fällen waren Sie beschäftigt?" Darauf Henn: "Ich wollte mir das nie antun, für immer bei der Polizei zu bleiben. Es war also mein eigener Entschluss, dort aufzuhören."

Susanne Müller fragte: "Was ist Ihr Konzept? Wie möchten Sie die Dinge in Angriff nehmen?" Wenn er diese Frage beantworten wollte, würde das den Rahmen sprengen, erwiderte Henn. "Aber mein Anliegen ist es, etwas umzuschichten und Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten."

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Ausgabe Laupheim 25.11.2009