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Podiumsdiskussion Stadtjugendring

Podiumsdiskussion des Stadtjugendrings am 3.6.2009

Ein Forum könnte Jugend und Stadträte zusammenbringen

LAUPHEIM (ry) Nach Art der Olympischen Spiele hat der Moderator Spyros Rantos die Podiumsdiskussion des Stadtjugendrings zur Kommunalwahl inszeniert. Sieben Kandidaten fühlte er in verschiedenen "Disziplinen" auf den Zahn. Es war ein kurzweiliger Abend vor nur rund 50 Zuhörern.

Es gibt Städte, die haben einen Jugendgemeinderat. Laupheim nicht. Grundsätzlich könne ein solches Gremium ein Gewinn sein, stimmten die von ihren Listen aufs Podium delegierten Kandidaten überein. Der Erfolg eines Jugendgemeinderats hänge freilich vom Spielraum ab, den ihm die Erwachsenen einräumen, betonte Elisabeth Strobel, Kreistagskandidatin der Freien Wähler. Die dort gefassten Beschlüsse seien "Wünsche per Beschluss", urteilte Wilhelm Glocker (CDU) "da liegt das Problem". Er empfahl, zunächst über "Zwischenformen" wie etwa ein Laupheimer Jugendforum nachzudenken, in dem Stadträte und Jugendliche diskutieren könnten. Das mochten alle gutheißen.
Stichwort Alkohol und Vandalismus: Von Platzverboten wie in Ravensburg hält der SPD-Kandidat Bodo Seiler nichts: "Man muss bei den Jugendlichen ansetzen und den Dialog suchen." Elisabeth Strobel, Michael Kahle (Offene Liste) und Georg Gretzinger (FDP) pflichteten ihm bei. Für Brigitte Schmidt (SPD) sind Aufenthaltsverbote "die ultima ratio"; sie ist gleichwohl skeptisch, ob man mit mutwilligen Randalierern gesprächsweise ins Reine kommen kann.
Stichwort Ein-Euro-Ticket/Heimatfestbus: Das müsse man 2010 frühzeitig neu diskutieren und eine einheitliche Lösung für Kernstadt und Teilorte anstreben, lautete der Tenor. "Es ist unschön, wenn man Unterschiede macht", kritisierte Brigitte Schmidt.

Der 6. Dezember

Geknistert hat es, als Rantos darum bat, diesen Satz zu ergänzen: "Der 6. Dezember ist ein schöner Tag, weil ". Vorsorglich schob er die konkrete Frage nach: "Wie stehen Sie zu einer möglichen Wiederwahl von Frau Sitter?"

Er hoffe stark, dass Laupheim eine neue Verwaltungsspitze bekomme, antwortete Michael Kahle; dazu wolle er das Seine tun. Steven Ruß (Offene Liste) schloss sich an; ein neues Stadtoberhaupt könne vielleicht "einiges besser machen". Wilhelm Glocker gefällt am 6. Dezember, dass Laupheims Bürger "die Möglichkeit haben, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen". "Da können wir uns neu orientieren", sagte Georg Gretzinger. "Es kann ein schöner Tag werden, wenn wir tatsächlich eine neue Stadtspitze bekommen", meinte Brigitte Schmidt.
In welchen Disziplinen die Bewerber Gold für Laupheim holen wollen, fragte Spyros Rantos "wo können wir noch gewinnen?". Glocker möchte von den Schulden runter, Schmidt am richtigen Fleck sparen ("man muss wissen, wo sich der Einsatz lohnt"). Strobel mahnte mehr Herzlichkeit und gegenseitige Achtung im Ehrenamt an, "dann kommen wir auch zu besseren Lösungen". Für Kahle ist medaillenträchtig, wenn der Durchgangsverkehr aus der Rabenstraße draußen wäre und dort "ein richtiger Schulcampus" entstünde.

Ein "Laupheimer Friedensfeuer" als Symbol für Fairplay in der Kommunalpolitik ließ der Moderator Spyros Rantos die Kandidaten entzünden: (von links) Bodo Seiler, Brigitte Schmidt, Elisabeth Strobel, Georg Gretzinger, Steven Ruß, Michael Kahle, Wilhelm Glocker. Foto: Ray

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Ausgabe Laupheim 05.06.2009