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SZ-Podiumsdiskussion

Bewerber setzen auf Herzblut und Effizienz

LAUPHEIM "Alte Hasen" und "junge Hüpfer": Diese Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und solchen, die es werden wollen, hat am Dienstag auf dem Podium der SZ in der Mensa Rabenstraße gesessen. Die SZ-Redakteure Roland Ray und Reiner Schick fühlten neun Bewerbern, von ihren Listen ausgewählt, auf den Zahn.

Von unserer Redakteurin Elisabeth Ligendza

"Effizienz", "zurück zu den Sachthemen" und "weniger Emotionen": Wie ein Mantra schwebten diese Begriffe über dem Wahlforum der Schwäbischen Zeitung. Keiner kann es verhehlen, in den vergangenen fünf Jahren wurde im Gemeinderat viel gerungen, oft mit harten Bandagen, an verhärteten Fronten und eben mit viel Emotion. Das angespannte Verhältnis zwischen Gemeinderat und Stadtspitze ist Topthema. Die "alten Hasen" wollen allesamt zurück zur Sache, die "jungen Hüpfer" die verhärteten Fronten aufbrechen und mit frischem Wind punkten.
Gut, dass es da auch Themen gibt, mit denen die Erfahrenen im Laupheimer Rat wie sie finden zufrieden sein können. Stichwort Jugend: Da ist die Kinderkrippe auf den Weg gebracht worden, ebenso die Ganztagsbetreuung, und derzeit steht das Megaprojekt Schulerweiterung und -entwicklung auf der Agenda. So viel Emotion muss sein: Darauf sind die Räte mächtig stolz.

"Radfahren ist oft abenteuerlich"

Aber was sind denn nun die wichtigen Zukunftsthemen, für die es gilt, kühlen Kopf zu bewahren? Rudolf Pretzel (Freie Wähler) etwa kann sich vorstellen, den verzweifelt auf Domizilsuche befindlichen Kinderschutzbund im Kindergarten Radstraße unterzubringen. Martina Millers (SPD) Herzensangelegenheit: die Sanierung des Schlossparks, die Pflege von Heimatgeschichtlichem wie die Parkbad-Gebäude und der schonende Umgang mit Flächen und der Natur. Michael Kahle (Offene Liste) wird beim Thema Visionen schwach die wünscht er sich in den kommenden fünf Jahren. Wilhelm Glocker (CDU) kann sich vorstellen, sich der Verkehrsentwicklung zu widmen: "Darüber haben wir uns in den vergangenen Jahren zu wenig Gedanken gemacht. Zu viele müssen durch Laupheim fahren, um auf Schnellstraßen zu gelangen, und Radfahren ist in der Stadt oft abenteuerlich."

Und diejenigen, die zum ersten Mal für den Gemeinderat kandidieren? Sie versicherten allesamt, Laupheim voranbringen zu wollen effizient und sachlich. Dazu gaben die SZ-Redakteure den Neulingen ein fiktives "Taschengeld" von einer Million Euro an die Hand. Für die Gestaltung der Innenstadt will Peter Fritzenschaft (Freie Wähler) die Summe ausgeben, für die Kleinen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Bekir Yigit (SPD), für eine Begegnungsstätte für Jung und Alt Maria Kasischke (FDP). Margit Aubele (Offene Liste) wäre wichtig, dass davon Kinderstüble und Vereine profitieren. Da wird Dr. Raphael Mangold (CDU) ganz konkret und forsch: das Kinderstüble abreißen und dafür für den Verein ein Fertighaus hinstellen: "Das kostet eine halbe Million. Der Rest ist für eine Kulturnachtstiftung, die einspringt, damit man bürgerliches Engagement nicht mehr mit einem Handstreich zu Fall bringen kann."

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Ausgabe Laupheim 22.05.2009