Schulentwicklung Unter- + Obersulmetingen - 2.2.15

Schulentwicklungsplanung in Unter- und Obersulmetingen

Clemens Graf Leutrum von Ertingen

Clemens Graf Leutrum

Stellungnahme der CDU-Fraktion von Clemens Graf Leutrum im Gemeinderat am 2. Mai 2015

Heute haben wir zwei Entscheidungen zu treffen, die die Schullandschaft und die Menschen in unseren Teilorten Ober- und Untersulmetingen gravierend betreffen:

1. Die Schule in Obersulmetingen wird zur reinen Grundschule mit der Folge, dass die vier Schüler der Klasse 7 ihren Abschluss nicht in Obersulmetingen machen werden können.
2. Die beiden Rektorenstellen werden ausgeschrieben und somit jede Grundschule erst einmal eigenständig weitergeführt.

Punkt 1 ist unumgänglich, auch wenn es für die vier Schüler eine große Umstellung werden wird. Nichtsdestotrotz ist eine Schule mit vier Schülern nicht mehr aufrechtzuerhalten und wir hoffen, dass mit einem frühzeitigen Schulwechsel - schon für das neue Schuljahr - die Umgewöhnung für die betroffenen Jugendlichen besser zu schaffen ist. Die CDU Fraktion stimmt einstimmig für die Umwandlung der Bischof-Ulrich Schule zu einer reinen Grundschule.

Punkt 2 liegt sicherlich nicht so klar. Ich darf mit einem kleinen Rückblick beginnen. In der nicht - öffentlichen Klausurtagung am 6.10.2012 ging es zum einen um den Ausbau des Grundschulgebäudes in USU und zum anderen um die Weiterentwicklung bzw. der Bestandssicherung der beiden Grundschulen. Grundlage dieser Beratung war das Gutachten von Herrn Krämer-Mandeau. Basis waren unter anderen die Prognosen der Schülerzahlen 2012/13 bis 17/18. Diese sagten eine Schülerzahl in OSU von unter 60 Kindern - Tendenz abnehmend - voraus. Damit wäre die gesamte Schule in OSU mittelfristig zur Disposition gestanden. Gottseidank haben sich die Zahlen stark verbessert und die neuesten Prognosen des Schulamtes sehen nach der Delle 17/18 und 18/19 wieder wachsende Schülerzahlen, auch in OSU (2020/2021 mit 79 Schüler) voraus.

Trotzdem sprechen für mich und einige in der CDU-Fraktion auch noch heute drei wesentliche Argumente für eine Zusammenlegung der Schulen:

- die Möglichkeit die Schule in OSU zu einer Ganztagsschule auszubauen um den wachsenden Bedarf an Ganztagsbetreuung auch in den Teilorten Rechnung tragen zu können
- eine bessere Überbrückung bei Lehrerausfall durch einen größeren Lehrerpool
- eine höhere finanzielle Unterstützung des Landes bei der Gebäudeunterhaltung bei einer genehmigten Ganztagsschule.

Nach nunmehr 52 Monaten intensiver und kontroverser Diskussionen in der Verwaltung, den Gremien, in den Schulen und bei den Eltern gilt es heute die Entscheidung zu treffen, ob beide Schulen eigenständig bleiben oder zusammengeführt werden. Dabei hat die Diskussion in den Teilorten gezeigt, dass der Obersulmetingen Ortschaftsrat teilweise den Argumenten für eine Zusammenlegung folgen konnte, der Untersulmetinger Ortschaftsrat aber leider nicht. (Was sein gutes Rechts ist) Letztendlich haben sich aber beide Gremien klar für eine Ausschreibung beider Rektorenstellen ausgesprochen.

Somit ist zu konstatieren, dass es weder dem Gemeinderat, noch der Verwaltung, noch dem Schulamt gelungen ist, die Menschen vor Ort von den Argumenten für eine Zusammenlegung zu überzeugen. Das Votum der Ortschaftsräte spricht eine eindeutige Sprache und die CDU Fraktion wird sich diesem Beschlussvorschlag der Menschen vor Ort selbstverständlich anschließen und für die Ausschreibung beider Rektorenstellen votieren.

Die Menschen vor Ort bzw. deren durch demokratische Wahl legitimiere Vertreter haben nicht mehr oder weniger Sachverstand, sich nicht weniger intensiv mit der Materie beschäftigt, noch mehr oder weniger Weitblick als wir.

Triebfeder unseres Beschlusses darf es nicht sein aus Stolz oder Eitelkeit unseren Beschluss von 2012 nicht zu revidieren. Auch die Art und Weise der emotionalen und in Teilen polemischen Auseinandersetzung in der Vergangenheit darf die Entscheidung nicht beeinflussen. Die Menschen vor Ort haben über Ihren Ortschaftsrat uns Ihre Meinung eindeutig mitgeteilt. An uns ist es diese ernst zu nehmen und in einem Beschluss umzusetzen.

Kindergarten und Schule sind die wesentlichen Infrastrukturpfeiler in den Teilorten. Wenn nicht bei der Schulentwicklung in den Teilorten, wo sonst muss ein Empfehlungsbeschluss der Ortschaftsräte für den Gemeinderat bindend sein. Noch dazu, wenn es keine finanziellen Auswirkungen auf den städtischen Haushalt hat.

Wie würden sich unsere Argumentationen und besonders die Allianzen verändern, wenn nicht die Eigenständigkeit der Grundschulen OSU und USU zur Diskussion und Disposition ständen, sondern die Eigenständigkeit der Anna-von-Freyberg und der Bronner-Berg-Schule?

Das Thema Grundschule in OSU und USU wird uns natürlich in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Der Bedarf an Ganztagsbetreuung wird auch im ländlichen Raum steigen, die Raumangebote und Gebäudeanforderungen werden sich verändern. Schulgesetze und auch pädagogische Konzepte werden sich weiter verändern. Ich darf den anwesenden Bürgern aus Untersulmetingen und Obersulmetingen versichern, dass wir als CDU Fraktion weiter ihre Schulen und deren Entwicklung unvoreingenommen unterstützen werden, unabhängig von den heutigen Beschlüssen.

Für die CDU Fraktion darf ich festhalten, dass wir einstimmig, wie bereits im Verwaltungsausschuss, den Empfehlungsbeschlüssen der Ortschaftsräte folgen werden.