PRO zum Carl-Laemmle Produzentenpreis - 2.5.16

Stellungnahme der CDU-Fraktion von Dr. Christian Biffar in der Gemeinderatssitzung am 2. Mai 2016

Die CDU Fraktion war von Anfang an von der Idee, den Produzentenpreis in Laupheim zu etablieren begeistert und einhellig überzeugt. Wir sehen hier eine einmalige Chance den Namen Carl Lämmle und damit seine Geburtsstadt Laupheim überregional und international noch bekannter zu machen. Den Wenigsten außerhalb der Region und Laupheims ist überhaupt bewusst, daß Hollywood von einem Deutschen gegründet wurde. Mit einem entsprechenden Marketing und dem starken Hintergrund der Produzentenallianz kann es gelingen, ein Bewusstsein zu schaffen und eine Begeisterung über Laupheims Grenzen hinaus zu tragen.

Es war eines unserer obersten Ziele bei STEP 2020 im Carl Lämmle Jahr die überregionale Bekanntheit sowohl Lämmles als auch seiner Geburtsstadt Laupheim voranzutreiben. An viele gute Möglichkeiten wurde gedacht. Machen wir uns nichts vor, so groß unsere Bemühungen auch sein werden, eine Anerkennung und nachhaltige Wiedererkennung über die lokale Region hinaus zu schaffen wird mit eigenem Antrieb sehr schwer werden. Die Verleihung des Produzentenpreises in Laupheim allerdings bietet hierfür eine unwiederbringliche Gelegenheit und Bühne die nationale und internationale Beachtung finden wird.

Sowohl die Wirtschaft, als auch die regionalen Film- und Kinoprofis wie Adrian Kutter aus Biberach - haben bereits im Vorfeld die Chance und das große Potential der Veranstaltung erkannt und Ihre Unterstützung zugesagt. Machen wir hier den Fehler wieder zu zögerlich an die Sache heranzugehen, werden andere sich die Finger lecken und auf den Zug aufspringen. Das geforderte Engagement und Herzblut der Laupheimer Wirtschaft und Laupheimer Bevölkerung zu mobilisieren, macht mir keine Sorgen. Es gilt nur mit Überzeugung Begeisterung zu wecken und nicht im Vorfeld die Sache wieder schlecht zu reden.

Auf keinen Fall darf der Preis eine elitäre großkopferte Kleinveranstaltung unter Ausschluß der Öffentlichkeit werden. Ganz im Gegenteil, das Event muß derart von ganz Laupheim bestimmt und getragen sein, daß der Funke auf die gesamte Veranstaltung überspringt und auch bei den Produzenten nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Roter Teppich? Na klar, aber wir Laupheimer stehen alle am Rand und machen Party. Wer nicht ins Kulturhaus reinpasst, der schaut an verschiedenen Plätzen auf die Großbildleinwände die alles übertragen und verfolgt alles mit. Die Veranstaltung mit Leben füllen? Ein Tag Schulfrei am Verleihungstag, Straßenfest, Schulen mit Projektwochen einbinden, Kinder interviewen die Stars, Kinder und Jugendliche drehen Kurzfilme als Wettbewerb in Kooperation mit Filmhochschulen, die Sieger werden bei der Preisverleihung gezeigt, die Stadtkapelle, und alle unsere Musiker untermalen musikalisch, die Musikschule schreibt Filmmusik und führt auf, open air Kino, Verlosung von V.I.P Karten in der ersten Reihe, after show party, Straßenfest, open museum, Führungen, Sonderausstellung.... Ich bin sicher, uns Laupheimern fällt noch viel, viel mehr ein. Wir müssen das Feuer der Begeisterung nur zulassen und weitertragen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Die Grünen tagen seit Jahren in Biberach, den Aschermittwoch dort kennt jeder aus den Nachrichten. Ich bin sicher, der Initiator wurde anfänglich auch nur milde belächelt. Und heute? Bei der Oscar Verleihung schaffen es nur wenige bis an den roten Teppich, die meisten nicht mal ins Land der Verleihung, trotzdem schauen Millionen am Fernseher zu. Man muß nicht zwingend persönlich im Kulturhaus sitzen um den Erfolg, und die Freude an der Begeisterung zu spüren. Bei aller Begeisterung haben alle Bedenkenträger natürlich Recht: Auf keinen Fall dürfen wir blauäugig in die Angelegenheit hineinrennen. Das Risiko hier im schnellen und kalten Eventgeschäft unter die Räder zu kommen und am Ende der Dumme zu sein, ist nicht von der Hand zu weisen.

Dr. Christian Biffar

Besonderes Augenmerk gilt es daher auf die Vertragsgestaltung mit den Beteiligten und die Haftungs- beziehungsweise Verlusthaftungssituation zu legen. Hier und im Besonderen bei der Wahl der Gesellschaftsform für die Veranstaltung muß rechtssicher und kompetent geprüft werden. Eine juristische Unterstützung im schwierigen Vertrags- und Gesellschaftsrecht sollte zur Püfung und Beratung eingeholt werden. Die Kostensituation der Veranstaltung muß klar gegliedert und transparent sein. Eine größtmögliche Sicherheit ist hier Pflicht. Über eine Kostendeckelung muß verhandelt werden. Die Beteiligungen der Wirtschaft und die Bemessung des städtischen Anteiles müssen klar vertraglich festgelegt und geprüft sein - auch für den unerwünschten Fall der Kostenüberschreitung. Eine Absicherung des Verlustrisikos ggf. über eine Versicherung muß geklärt sein. Die erwähnten Sonderkündigungsrechte des angedachten 3-Jahres- Vertrages müssen festgeschrieben sein, um im Falle eines Misserfolges dieReißleine ziehen zu können.

Für die Planung und Mitgestaltung schlagen wir vor, einen von den Beteiligten paritätisch besetzten Veranstaltungssausschuß zu bilden, um Synergien zu nutzen und größtmöglichen Konsens zu finden. Kommt die Sache ins Rollen und beginnt die Maschinerie des Interesses zu arbeiten, dann wird die Veranstaltung schnell Kreise ziehen. Der Landkreis, ggf. Ulm und auch Stuttgart werden möglicherweise aufspringen. Auch wenn Bekanntheit überregional Ziel ist, muß Eines klar feststehen: Laupheim muß federführend mitbestimmend beteiligt sein und nicht nur als Lastenesel und Anhängsel für die Infrastruktur und Kosten fungieren. Der Preis geht irgendwo nach Deutschland, der Erfolg und das Renommee der Veranstaltung bleiben in Laupheim!

Ich bin sicher, die Laupheimer werden sich gut aufgestellt an das Projekt wagen und das Projekt zu einem Aushängeschild der Stadt und der Region machen. Setzen wir ein Signal und zeigen wir im Verbund mit den Bürgern, der Wirtschaft, der Verwaltung wozu wir in der Lage sind. Mut, sachliche Überlegung, Zusammenhalt, Begeisterung und Freude sind die Attribute, die Laupheim positiv nach Außen tragen sollte. Sorgen wir doch dafür, daß das wieder so ist. Der Carl-Lämmle Produzentenpreis bietet eine einmalige Gelegenheit damit wieder anzufangen. Wir von der CDU Fraktion gehen gerne mit.