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Bericht über die Saatkrähen in Laupheim - 28.4.14

Stellungnahme der CDU-Fraktion durch Clemens Graf Leutrum

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,
herzlichen Dank für die umfangreiche Sitzungsvorlage. Sicherlich war der Bestand dieser Rabenvögel im Jahre 1986, als sie vom NABU zum Vogel des Jahres gekürt wurden, in Deutschland sehr gering. Viele Maßnahmen, besonders der Verzicht auf Quecksilberbeizmittel 1982 haben dazu geführt, dass sich die Bestände bis heute sehr stark erholt haben. Inwieweit der Status einer besonders geschützten Art heute noch der aktuellen Populationsstärke geschuldet ist - oder vielmehr einer Ideologie - darf bei der Laupheimer-Population von über 1400 geschlechtsreifen Vögeln plus Dunkelziffer, zumindest hinterfragt werden.

Was uns, der CDU-Fraktion, aber leider komplett in der Vorlage fehlt, ist der Hinweis, dass sich die Hauptkolonie in einem denkmalgeschützten historischen Park befindet und die Saatkrähen nach Aussagen des Herrn Teske, dem vom Denkmalamt eingesetzten Fachmann, doch einen erheblichen negativen Einfluss auf die Substanz des Schlossparks haben, mit starken Schäden an Rotbuche, Esche und Birke. So heißt es im Pflegewerk von 2012 u.a.: "Viele ältere Bäume erscheinen in der Kronenvitalität durch die Ausscheidungen der zahlreichen Krähen beeinträchtigt zu sein. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der stickstoffreiche Kot der Krähen die Bestandsentwicklung und auch die Qualität der Gewässer negativ verändern kann. Bei Massenvorkommen von Krähen können potenziell auch gesundheitsgefährdende Prionen übertragen werden."

Und hiermit möchte ich auf den Dritten und wichtigsten Punkt eingehen: den Mensch. Wie weit ist es gekommen, wenn Kindergärten und Schulklassen im Frühjahr den Schlosspark nicht mehr besuchen können. Wenn ein Spielplatz unter schattenspendenden Bäumen im Park aufgelassen wird und ein Neuer in der prallen Sonne errichtet wird. Wenn Anwohner über Schlafstörungen klagen und die Patienten im Krankenhaus nicht mehr ihre Fenster öffnen.

Trotz Europäischer Vogelschutzrichtlinie und Bundesnaturschutzgesetz muss immer der Mensch im Fokus unserer Betrachtung stehen. Wenn dies in Tübingen und Stuttgart nicht so gesehen wird, so würden sich beide Städte sicherlich auch über eine Schenkung einiger Laupheimer Krähen zur Begründung einer eigenen Kolonie freuen. Diese könnten dann ebenso wie der Juchtenkäfer dort eine große Kariere machen. Es kann nicht sein, dass aus der Ferne die Situation bewertet wird und wir vor Ort die Prügel dafür beziehen. Ganz Deutschland lachte über unsere Plastik - Uhus und die Biberacher-Fledermausbrücken. Doch beides haben wir vor Ort nicht zu verantworten.

Wir müssen den Menschen in den Mittelpunkt unserer Betrachtung nehmen und die Beeinträchtigungen ernst nehmen und nicht verharmlosen. Wir müssen endlich die Auswirkungen der Saatkrähen auf den Menschen und die Umwelt wissenschaftlich fundiert erheben lassen. Die vielen Konjunktive, wie in der Stellungnahme von Herrn Teske, helfen nicht weiter. Hierzu bittet die CDU Fraktion die Stadtverwaltung nachfolgende Untersuchungen zu beauftragen:

1. Lärmmessungen von Beginn der Nestbau bis zum Ende der Aufzuchtzeit an folgenden Stellen: Altes Krankenhaus, Kleines Schlössle, Gregorianum.
2. Untersuchung des Vogelkots auf gesundheitsgefährdende Stoffe.
3. Erhebung des Stickstoffeintrags in den Boden und Auswirkungen auf die Wasserqualität im Schlosspark.

Nun zu den geplanten Aktionen in 2015: Die Erfolgsaussichten des Falkners sind aus meiner persönlichen Sicht eher überschaubar, da die Krähen sehr intelligent und in der Gruppe dem Falken überlegen sind. Nachdem von den Saatkrähen-Prädatoren der nachts raubende Uhu der erfolgreichste ist, sollte über eine nächtliche unregelmäßige Beschallung mit "Krähenwarn- und Angstgeschrei und Uhu-Locklauten" nachgedacht werden. Dies über einen längeren Zeitraum eingesetzt könnte einen Erfolg bringen.

Auch die Absprache mit Landwirten, Förstern und Jägern macht in Teilen Sinn. Was die Jäger hierbei sollen, erschließt sich mir nicht, da weder die Saatkrähen jagdbares Wild, noch in der Brutzeit irgendeine lärmverursachende Jagdausübung stattfindet. Vielleicht sollte auch in der Zukunft versucht werden, die in der Innenstadt entnommenen Nester im Stadtwäldchen oder an anderen geeigneten Standorten wieder anzubringen. So könnten die intelligenten aber damit auch bequemen Vögel vielleicht leichter zum Umzug bewegt werden.

Auf alle Fälle unterstützt die CDU Fraktion alle gesetzeskonformen Maßnahmen zur Vergrämung und Umsiedlung der Saatkrähen aus dem Stadtgebiet und wünscht allen Beteiligten hierfür nachhaltigen Erfolg. Wir hoffen, dass der Schlosspark im Frühjahr wieder für die Menschen ein Aufenthalts- und Erholungsort im Zentrum unserer Stadt wird: unser grünes Wohnzimmer!