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Medizinisches Zentrum in Laupheim - 12.6.13

"Wir drücken aufs Tempo"
Neuer Arbeitskreis "Medizinisches Zentrum Laupheim"peilt Verknüpfung von Ärztehaus und Klinik an

Von Roland Ray

LAUPHEIM Eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung, ambulant und stationär: Dieses Ziel hat sich der am Montag gegründete Arbeitskreis "Medizinisches Zentrum Laupheim" gesetzt. Der siebenköpfige Zirkel sei auf Initiative von Bürgermeister Rainer Kapellen und MdB Josef Rief gebildet worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die anderen Mitglieder sind Dr. Uwe Gretscher, Geschäftsführer der Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH, Dr. Harald Rothe, Sprecher der Laupheimer Ärzte-Initiative, Roland Pecha (Bund der Selbständigen), Hans Fleschhut (Laupheimer Unternehmerkreis) und Kreiskämmerer Ralf Miller.

Der Fortbestand des Laupheimer Krankenhauses ist nach der Übernahme durch Sana zunächst bis Ende 2017 gesichert. Um es langfristig zu erhalten, müsse jetzt gehandelt werden, betonte Kapellen am Montagabend im Gemeinderat. Eine wichtige Rolle in den Überlegungen spielt wie berichtet das Konzept der Ärzte-Initiative. Sie schlägt vor, ein Ärztehaus an die Klinik anzudocken.

Kapellen spricht von einer "hohen Übereinstimmung" in konzeptionellen Fragen. Nach seinen Worten macht sich der Arbeitskreis für den Neubau eines medizinischen Zentrums am Laupheimer Krankenhaus und für neue ambulante OP-Räume stark. Durch die Verknüpfung mit der Klinik könne eine zukunftsfähige Struktur über 2017 hinaus entstehen. Auch die Notaufnahme, aktuell von der Schließung ab 18 Uhr bedroht, soll in dieser Struktur zeitlich wieder ausgedehnt werden, auf eine Schlusszeit von 21 oder 22 Uhr und auf die Wochenenden. Als "Hauptkandidaten" für die Finanzierung des Neubaus nannte Kapellen Sana, den Landkreis und die Stadt Laupheim. Über eine investive Beteiligung der Stadt könne man reden; "schwierig wird es für uns aber, uns in den laufenden Betrieb einzubringen". Vielleicht finde sich ja ein Investor, so wie für das Ärztehaus in Weingarten.

Der Arbeitskreis will alle zwei Monate tagen und weitere Partner für das Projekt "Medizinisches Zentrum Laupheim" suchen. "Wir drücken aufs Tempo", erklärte Kapellen.

Politisch breit streuen
"Alles, was den Krankenhausstandort sichert, soll uns recht sein", kommentierte Stadtrat Rudolf Pretzel (Freie Wähler). Nicht akzeptieren mochte er, dass der CDU-Abgeordnete Rief als einziger Politiker dem neuen Arbeitskreis angehört. Der Erhalt des Krankenhauses müsse Ziel aller politischen Kräfte sein.

"Politisch muss man das breit streuen", pflichtete Burkhard Volkholz (CDU) bei. Die halbe Million, die der Bürgermeister vergangenes Jahr als städtischen Beitrag in Aussicht gestellt hatte, "sollten wir auf alle Fälle einsetzen". Das Parkbad koste jedes Jahr fast das Doppelte.

Kapellen versicherte, er habe politisch keine Berührungsängste: "Jeder, der uns hilft, ist willkommen." Die von Sana angekündigte Schließung der Geburtshilfe in Laupheim sei nicht Thema seiner Verhandlungen, erläuterte er Martina Miller (SPD). Die Weichen für eine Zentralisierung der Geburtshilfe in Biberach seien mit dem Kreistagsbeschluss am 14. Dezember gestellt worden, "das hat man genau so eingekauft".

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Ausgabe Laupheim 12.06.2013