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WC auf Altem Friedhof bald wieder offen - 27.6.13

Stadt will außerdem den Friedhofsvorplatz aufwerten CDU scheitert mit Antrag, das alte Gebäude abzureißen

Von Roland Ray

LAUPHEIM Vertagt, vertagt, vertagt: Das Thema Alter Friedhof hat lange geruht im Gemeinderat, obwohl Toiletten und Aussegnungsraum seit November 2011 gesperrt sind Einsturzgefahr.

Jetzt ist endlich klar, wie es weitergeht. Mehrheitlich ist der Bau- und Umweltausschuss am Montag dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, das WC so weit zu sanieren, dass es wieder genutzt werden kann. Weil viele Bürger das stille Örtchen schmerzlich vermissen, sei die Statik nochmals geprüft worden, sagte Thomas Mayer vom Baudezernat. Und siehe: "Nun konnte eine neue, sehr kostenfreundliche Ertüchtigungsmaßnahme gefunden werden." Die Decke des Untergeschosses gilt es zu sichern, zu diesem Zweck wird eine Schalung angebracht und mit Tragelementen abgestützt. Finanziert wird das aus Restmitteln vom Bau der neuen Aussegnungshalle.

Im Konsens mit der katholischen Kirchengemeinde will die Stadt außerdem den Friedhofsvorplatz aufwerten. Ein mit Efeu begrüntes Drahtgeflecht ersetzt einen maroden Mauerabschnitt, es sollen Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Durch eine gezielte Bepflanzung und Baumpflege soll die dreigliedrige Wegeführung wieder zur Geltung kommen.

15 000 Euro nannte Bürgermeister Rainer Kapellen als Preis. Ob das reicht, wurde reihum bezweifelt. Etliche Stadträte hielten den eingeschlagenen Weg für falsch. Anja Reinalter (Offene Liste) beantragte gar, das Thema erneut zu vertagen. Sie vermisste detaillierte Angaben zu den Kosten und zum Einsturzrisiko; zudem gehöre das Thema ins Ratsplenum. "Es gibt weiter nichts zu liefern", versetzte der Bürgermeister. Reinalters Antrag scheiterte bei 4:6 Stimmen.

Die CDU warnte vor einer Kostenfalle. Das Friedhofswärterhaus sei baufällig und werde weitere Investitionen erfordern, sagte Wilhelm Glocker. Deshalb mache eine Teilsanierung keinen Sinn. Auch sei die vorhandene WC-Anlage nicht barrierefrei. Im Namen seiner Fraktion bean- tragte Glocker, das Friedhofswärterhaus samt Aussegnungsraum abzureißen. Als Ersatz möge die Stadt einen Sicht- und Lärmschutz zur Ehinger Straße anbringen, ein barrierefreies Klohäuschen wie beim Rat- haus aufstellen und eine "Aussegnungsüberdachung" bauen. "Tabula rasa: Abriss und Neugestaltung", brachte es der Fraktionschef Burkhard Volkholz auf den Punkt. Doch der CDU-Vorschlag fiel mit 5:7 Stimmen durch.

Hin und her wogte die Diskussion. Der Alte Friedhof sei "ein Stück Heimat" und zu erhalten, sagte Martina Miller (SPD). Josef Kerler (Freie Wähler) sah es genauso.

"Dann müssen wir auch ein paar Euro in die Hand nehmen, damit der Friedhof ordentlich aussieht", empfahl Werner Lehmann. Anderseits, räumte der FW-Vorsitzende ein, sei die neue Aussegnungshalle wichtig für Laupheim "hier sollte schwerpunktmäßig die Zukunft des Friedhofwesens sein".

Es fehle ein Gesamtkonzept, hakte Anja Reinalter ein. "Man hat sich nie richtig überlegt, was mit der alten Aussegnungshalle passiert, wenn die neue steht." Vielleicht wäre diesem Thema ja mit dem CDU-Vorschlag "das Wasser abgegraben".

"Wenn Sie etwas anderes wollen, suchen Sie sich Mehrheiten und beschließen Sie"s doch", grantelte Kapellen. Die Stadt versuche, kostengünstig das WC nutzbar zu machen. Ansonsten sei Beschlusslage im Rat, dass die Zukunft auf dem Neuen Friedhof liegen solle "das setzen wir um". Auf Nachfrage von Volkholz sagte Thomas Mayer, der Aussegnungsraum auf dem Alten Friedhof müsse anders als das WC nicht gesichert werden. Der Raum kann folglich in Bälde wieder genutzt werden. Die neue Aussegnungshalle (Kosten: 2,5 Millionen Euro) liegt nur einen Steinwurf entfernt. Am Ende fand sich eine 7:5-Mehrheit für die Vorschläge der Verwaltung. Dazu gehört auch, in Absprache mit Pfarrer Hermann, dass entlang aller drei Wege zur Leonhardskapelle neue Gräber angelegt werden, jährlich acht bis zehn. Auch soll es keine Drosselung bei den Bestattungen geben. Pro Jahr waren es zuletzt 20 im Schnitt.

Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim 27.06.2013

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