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Grundkonzeption Gesundheitszentrum - 10.12.14

"Viele Zeichen stehen auf Grün"
Ein Gesundheitszentrum für Laupheim nimmt immer mehr Gestalt an

Von Roland Ray

Die Chancen, dass Laupheim ein Gesundheitszentrum mit ambulanten und stationären Angeboten, Pflegeheim, betreutem Wohnen und medizinnahen Dienstleistern bekommt, sind offenbar gestiegen. "Im Moment stehen viele Zeichen auf Grün", sagt Alfons Runde, Professor für Gesundheitsökonomie und Krankenhausmanagement, der die konzeptionelle Arbeit im Auftrag des Landratsamts begleitet.

Am Montag hat Runde im Gemeinderat einen Entwurf für das Gesundheitszentrum vorgestellt. Das Modell fußt auf einem "Grundkonsens" zwischen dem Klinikbetreiber Sana, dem Landkreis und der St. Elisabeth-Stiftung (die SZ berichtete); es wurde in Gesprächen mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten, anderen Heilberuflern sowie im Arbeitskreis "Medizinisches Zentrum Laupheim" verfeinert. Standort ist das bisherige Klinikgelände.

Ende 2017 erlischt die Bestandsgarantie von Sana für die privatisierten Krankenhäuser in Laupheim und Riedlingen. Sana sei bereit, sich darüber hinaus zu engagieren, so Runde - "wenn wir bereit sind, Abschied zu nehmen von klassischen Krankenhausstrukturen". Der Trend im Gesundheitswesen, von Kassen und Politik gewollt, gehe zur ambulanten Versorgung; sie soll auch im Gesundheitszentrum Laupheim Vorrang haben. Zudem ist klar: Die Zahl alter und hochbetagter, oft pflegebedürftiger Patienten wird beträchtlich steigen. Lokale Gesundheitszentren seien angesichts dieser Entwicklungen besonders geeignet, die medizinische Versorgung abseits der Ballungszentren dauerhaft wohnortnah zu sichern, sagt Runde.

Vier Säulen sollen das Gesundheits-zentrum tragen.

Das für Laupheim erarbeitete Grundkonzept hat vier Säulen: In einem Ärzte- und Therapiezentrum praktizieren Allgemeinmediziner und Fachärzte. "Das ist die wichtigste Säule", sagt Runde. "Ohne sie können wir keine klinischen Strukturen abbilden." Als unverzichtbar gelten neben Hausarztpraxen die Fachbereiche Innere Medizin, Chirurgie, Radiologie und Anästhesie/OP-Betrieb. Zwei hausärztliche Doppelpraxen gibt es bereits am Krankenhaus, und laut Runde inzwischen weitere Interessenten. Auch in punkto Innere und Orthopädie bestehe Aussicht, "etwas entwickeln zu können". Die radiologischen Möglichkeiten in Laupheim seien bislang unbefriedigend. Weder CT noch MRT: "Das ist 80er-Jahre-Standard", sagt der Experte. "Für eine gute Diagnostik braucht's mehr. Wir müssten Radiologen aus Ulm oder von anderswo gewinnen." Ferner soll eine Anästhesiepraxis angesiedelt werden, die sämtliche Operationen betreut. Etwa 60 Prozent der Eingriffe werden ambulant sein, schätzt Runde.

An diesen "Kern" sollen andere Fachrichtungen andocken. Runde berichtete unter anderem von der Chance, eine Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie nach Laupheim zu holen, und von Interessenten aus der Urologie und Dermatologie.klinische Behandlungszentrum: 40 Betten will Sana betreiben, als Schwerpunkte der stationären Betreuung werden Kurzzeitchirurgie und klärende internistische Kurzzeitbeobachtung von Patienten genannt. Im "OP-Zentrum" operieren niedergelassene und Krankenhausärzte, die Anästhesiepraxis steuert den Betrieb. Angedacht ist eine geriatrische Institutsambulanz.

Der Wohnpark St. Elisabeth: Zum 1. März 2014 wurden die drei ehemaligen Kreispflegeheime an die St. Elisabeth-Stiftung übertragen. Das neue baden-württembergische Heimgesetz und die aktuelle Landes-Heimbauverordnung stellen Anforderungen, denen die heutigen Räumlichkeiten in Laupheim nicht genügen. Die Stiftung will deshalb neu bauen. Ihr Konzept für Laupheim umfasst ein Pflegeheim mit 48 Plätzen, eine Tagespflege mit zehn bis zwölf Plätzen sowie 40 bis 45 Einheiten für betreutes Wohnen. Das Heim soll unmittelbar an die medizinischen Abteilungen andocken, damit die Bewohner auch im Pflegebereich überwacht werden können. Die Stiftung will nach Angaben ihres Pressesprechers Christian Metz mit einem Investor zusammenarbeiten. "Es gibt Gespräche, konkret ist noch nichts", sagt Metz. "Wir haben aber höchstes Interesse daran, dass so schnell wie möglich gebaut werden kann."

Medizinisches Gewerbe: Öffentliche Apotheke, Sanitätshaus, Hebammenpraxis, Therapeuten: Vieles ist denkbar, ergänzend ein Café, Einkaufsmöglichkeiten und ein Friseursalon. Mit der Stadt laufen Gespräche, eine Kinderkrippe beim Gesundheitszentrum anzusiedeln. Das erhöhe die Chancen, Fachkräfte zu gewinnen.

Der Gesamtbedarf an Betriebsflächen wird mit 13 300 Quadratmeter veranschlagt. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, inwieweit die vorhandenen Liegenschaften genutzt werden können und was um- oder neu gebaut werden muss. Erste Aussagen erhofft Runde sich Ende Dezember. Er ist "mehr als zuversichtlich", dass sich private Investoren finden.

Als Einzugsbereich des Gesundheitszentrums werden Laupheim, Achstetten, Burgrieden, Mietingen, Schwendi und Wain gesehen - das macht in Summe rund 40 000 Einwohner, was laut Runde "ziemlich genau die Unterkante" für ein solches Zentrum ist. Es müsse attraktiv aufgestellt sein, um hinreichend frequentiert zu werden. Fazit: "Wir können es realistischerweise bis 2017 packen."

Die blau unterlegten Abteilungen sollen den Kern des geplanten Ärzte- und Therapiezentrums bilden. Weitere Fachärzte können andocken. (Grafiken: Runde/svl)


Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim vom 10.12.2014

Lesen Sie dazu die Stellungnahme