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Sanierung Hallenbad wird teuer - 22.10.14

Das wird teuer!
Studie veranschlagt Sanierungsbedarf beim Hallenbad auf 2,7 Millionen Euro

Von Roland Ray

Laupheim - Bei dieser Nachricht ist Laupheims Stadträten fast die Luft weggeblieben: Auf 2,7 Millionen Euro veranschlagt eine am Montag öffentlich gemachte Studie den Sanierungsbedarf im Hallenbad. Das Bad ist erst 2002 eröffnet worden, es hat gut vier Millionen Euro gekostet.

Mehrere Dutzend Positionen umfasst die von der Fachfirma Fritz Planung GmbH aus Bad Urach zusammengestellte Mängelliste. Das Flachdach des Nebengebäudes ist undicht, die Glasfassade der Schwimmhalle mit "Konstruktionsproblemen" behaftet. Beschläge aus Edelstahl korrodieren, der Bodenbelag um die Schwimmbecken verliert zusehends seine rutschhemmende Wirkung. Die Deckenbekleidung über dem Kinderbecken und die Sanitärräume, Fliesen und Abdichtungen, Sauna und Dampfbad müssen erneuert werden, das Bad braucht einen Renovierungsanstrich innen und außen.

Auch bei den technischen Anlagen im Hallenbad sehen die Experten erheblichen Sanierungsbedarf. Das reicht vom Austausch der Umwälzpumpen, die ungeregelt laufen und unnötig Energie fressen, über die Erneuerung der gesamten Rohrleitungen bis zu Mängeln bei Sanitär, Heizung, Lüftung und Elektrotechnik. Das Sauna-Blockhaus im Außenbereich ist undicht, das Holz versport.damit

"Nicht damit gerechnet"
All dies summiert sich auf Gesamtkosten von rund 2,7 Millionen, "eine Größenordnung, mit der wir alle nicht gerechnet haben", wie der Kämmerer Gerold Rechle feststellte. Eine Aufteilung in mehrere Bauabschnitte erscheine aus finanziellen Gründen unabdingbar.

Rechle hat in den Haushaltsentwurf 2015 - vorbehaltlich der Mittelfreigabe durch den Gemeinderat - einen ersten Bauabschnitt mit Kosten von 306 000 Euro eingeplant. Die meisten Arbeiten können nur ausgeführt werden, wenn das Bad geschlossen ist. Würde alles en bloc erledigt, wäre das Hallenbad fast ein Jahr außer Betrieb, sagte Gerold Winter, Bauingenieur bei der Firma Fritz. Da ging ein Raunen durch den Ratssaal.

2,7 Millionen, "das ist eine astronomische Summe", nahm Christian Biffar für die CDU Stellung. In Relation zu den Gestehungskosten erscheine das Hallenbad bereits nach zwölf Jahren als Totalschaden. Laut der Studie sei beim Bau offenbar an vielen Ecken und Enden gespart worden.

Auf diesen Punkt verweisen hinter vorgehaltener Hand auch andere Stimmen. 2002 war die finanzielle Lage der Stadt angespannt - sie hatte fast zeitgleich Kulturhaus und Hallenbad gestemmt und obendrein die Erschließung neuer Gewerbeflächen für die Kässbohrer-Ansiedlung und die Aircabin-Erweiterung. Das habe wohl zu Abstrichen bei der Qualität und Langlebigkeit der im Hallenbad verwendeten Materialien geführt. Die Gewährleistung sei "im Normalfall" abgelaufen, sagte Rechle der SZ.

Zurück zu Biffar: Er betonte, für eine sachgerechte Entscheidung sei die vorgelegte Studie nicht ausreichend. Dafür brauche es ein fundiertes Gutachten auf Basis der Baupläne des Hallenbads. Pikanterie am Rande: Auch diese Unterlagen wurden, wie neulich die Kleemeisterei-Papiere, als derzeit nicht auffindbar gemeldet. "Wir müssen unsere Hausaufgaben sorgfältig machen", unterstrich Biffar, "damit wir bei der Sanierung nicht ins Schwimmen geraten und unser Haushalt baden geht.

"Studie sei ein erster Schritt, bestätigte Rechle. Jetzt müsse man den Fall im Detail untersuchen, "wir brauchen deutlich tiefer gehende Aussagen".

"Mehr auf Qualität achten"
"Wurde beim Neubau vielleicht zu Lasten der Qualität gespart?", fragte Martina Miller (SPD). Die Zahlen seien ein "Schock", sagte Werner Lehmann. Gleichwohl komme von den Freien Wählern "ein klares Ja zum Hallenbad und somit auch zur Sanierung". Dem pflichtete Karin Schäfer (OL) bei: "Selbstverständlich wird saniert, und zwar gescheit und bald." Bei künftigen Projekten sei es freilich ratsam, "genauer hinzuschauen und auf Qualität zu achten".

Fröhlich in die Fluten: Dieses Bild stammt von der Hallenbad-Eröffnung im Mai 2002. Zwölf Jahre später gibt es eine lange Mängelliste. Foto: weih


Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim vom 22.10.2014

Lesen Sie Stellungnahme der CDU-Fraktion