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Laupheimer wollen "Hotel Post" neu beleben - 12.3.15

Initiative möchte Genossenschaft gründen und setzt auf bürgerschaftlichen Gemeinsinn

Mehr als 100 Jahre ist das "Hotel Post" an der Ulmer Straße. Laupheimer Bürgerwollen es erhalten und zu neuem Leben erwecken. Foto: Roland Ray

Von Roland Ray

Laupheim - Das "Hotel Post" an der Ulmer Straße ist einst das erste Haus am Platz gewesen; im 19. Jahrhundert wechselten dort die Kutscher der königlich-württembergischen Post die Pferde. Jetzt steht das Gebäude leer und droht zu verkommen. Einige Laupheimer möchten das verhindern. Ihre Idee ist, das Anwesen im Rahmen einer Genossenschaft in bürgerschaftliches Eigentum zu überführen, es zu sanieren und wieder mit Leben zu füllen.

Wenn Professor Frank Hevert vom "Hotel Post" spricht, glänzen seine Augen. "Das ist eines der schönsten Gebäude in der Stadt", sagt der seit 30 Jahren in Laupheim ansässige Pharmakologe. "Ein Haus, das Identität stiftet. Es wäre ein Jammer, wenn es abgerissen würde."

Mit einem kleinen Kreis Gleichgesinnter hat Hevert vor einigen Monaten die Initiative "Bürgerpost Laup- heim" gegründet, als deren Sprecher er auftritt. Das Ziel ist klar definiert: "Wir möchten, dass das Anwesen erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt wird." Die Stadt, seit 2012 Eigentümerin der "Post", unterstütze das Bestreben: "Sie ist voll auf unserer Seite."

Mehr als zwei Millionen Euro müssten wohl investiert werden, schätzt die Initiative. Sie setzt zum einen auf Zuschüsse. Das "Hotel Post" liegt im Sanierungsgebiet "Judenberg/Innenstadt II", Mittel aus dem Stadterneuerungsprogramm des Landes sollten mithin fließen. Eine Förderung durch den Bund sei ebenfalls zu erwarten.

Leutkirch ist Vorbild

Eine Million Euro, so die Idealvorstellung, soll die zu gründende Genossenschaft einsammeln, nach dem Vorbild der ehrenamtlich geleiteten Leutkircher Bürgerbahnhof eG. Deren Mitglieder haben rund 1000 Anteile zu je 1000 Euro gekauft. Mit diesem Kapital sowie Zuschüssen und Spenden wurde das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude der Allgäustadt auf Erbpacht von der Stadt Leutkirch erworben und in den Jahren 2010 bis 2012 saniert. Heute beherbergt es unter anderem Gastronomie, eine Wirtshausbrauerei und Büros von Grafikern und Architekten.

Auch die Laupheimer Initiative hofft auf bürgerschaftlichen Gemeinsinn und 1000 Genossenschaftsanteile à 1000 Euro. "Dafür bräuchten wir ungefähr 600 Menschen, die Miteigentümer des ,Hotel Post' sein wollen", kalkuliert Frank Hevert. Maximal zehn Anteile pro Person sollen möglich sein.

Darüber hinaus möchten Hevert und Co. einen Investor gewinnen, der künftig als Pächter ein Restaurant mit Biergarten und ein Hotel mit etwa 20 Zimmern in der "Post" betreibt. Auch eine Kaffeerösterei mit Shop und eine städtische Nutzung etwa durch die VHS können sie sich vorstellen. Der Saal im ersten Stock könnte für verschiedene Anlässe vermietet werden. Außerdem soll es eine öffentliche "Bürgerstube" geben, als Treffpunkt für die Bevölkerung. Die "Post" verfügt über eine Dachterrasse und Parkplätze im Innenhof.

Am 2. Mai wird entrümpelt

Als erster Schritt soll am Samstag, 2. Mai, mit freiwilligen Helfern und mit Unterstützung des städtischen Bauhofs das "Post"-Anwesen entrümpelt werden. Die Initiative will bei dieser Gelegenheit ihre Pläne erläutern. "Wir möchten die Laupheimer für unsere Idee begeistern", sagt Frank Hevert. Wenn es gelinge, eine hinreichende Zahl an Menschen "mitzunehmen", habe das Projekt "Bürgerpost" eine Chance. In einem nächsten Schritt soll dann die Genossenschaft ins Leben gerufen werden.

Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim vom 12.03.2015