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"Massiv unterversorgt" - 12.7.17

Sportentwicklungsplanung sieht zusätzlichen Hallenbedarf und empfiehlt Olympia-Umzug

Nördlich der Mehrzweckhalle (im Bild links) können sich die Baustetter den Anbau einer Sporthalle vorstellen. Fotos: Roland Ray

Von Roland Ray

Laupheim - Laupheim benötigt zusätzliche Sportstätten. Das unterstreicht der Abschlussbericht des Instituts für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS), das den Bedarf von Vereinen, Schulen und Kitas ermittelt und mit einer Lokalen Planungsgruppe Ziele und Handlungsempfehlungen erarbeitet hat.

Die Bevölkerung Laupheims werde in den nächsten 15 bis 20 Jahren weiter deutlich wachsen, und zwar in allen Altersgruppen, sagte der IKPS-Geschäftsführer Stefan Eckl am Montag im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats. Der Sport habe mit aktuell 8700 Mitgliedern in 28 Vereinen eine sehr starke Stellung in dieser Stadt.

Bei den Diskussionen in der Lokalen Planungsgruppe - ihr gehörten unter anderem Vertreter von Gemeinderat und Stadtverwaltung, Vereinen, Schulen, Kitas, offener Jugendarbeit, VHS, Senioren, Menschen mit Behinderung und Migranten sowie Bihlafingens Ortsvorsteherin Rita Stetter an - sei ihm ein "sehr starkes Kirchturmdenken" in den Teilorten aufgefallen, "und dass man sich eher als Bihlafinger oder Baustetter denn als Laupheimer versteht", berichtete Eckl. Um diese Haltung aufzubrechen, sei eine stärkere Vernetzung und Abstimmung der Vereine untereinander unverzichtbar.

Auf vier Punkte zum Thema Sportanlagen ging Eckl dezidiert ein:

- Höchste Priorität messen IKPS und Planungsgruppe einer neuen Dreifeldhalle in unmittelbarer Nähe zum Laupheimer Schulzentrum bei (geschätzte Kosten: 7,8 Millionen Euro). Die Kernstadt sei in Sachen Sporthallen "massiv unterversorgt", sagte Eckl. Eigentlich brauche man die Dreifeldhalle plus eine Einfeldhalle.

- Bihlafingen benötigt laut von IKPS "nicht zwingend" eine ballspieltaugliche, 27 mal 15 Meter große Einfeldhalle. Die Bedarfsberechnung stütze einen solchen Wunsch nicht. Das Institut empfiehlt eine multifunktionale Halle mit 250 Quadratmeter sportlich nutzbarer Fläche. Wie groß der Neubau letztlich wird, müsse auf politischer Ebene entschieden werden.

- Aus externer Sicht nachrangig sei der Ausbau der Hallenkapazität in Baustetten, urteilte Eckl am Montag.

Der FV Olympia soll an den Grasigen Weg umziehen und das jetzige Sportgelände Wohnbauland werden, lautet eine Empfehlung der Sportentwicklungsplanung.

- Das IKPS-Gutachten und die Planungsgrupppe empfehlen, das Sportgelände des FV Olympia an der Hasenstraße aufzugeben. Die Stadt soll die Grundstücke für den Wohnbau vermarkten. Mit den Erlösen könnte am Grasigen Weg ein Fußballzentrum mit weiteren Spielfeldern, Sanitäranlagen und Umkleiden entstehen. Genutzt würde es vor allem vom FV Olympia und vom FC Inter Laupheim. Das Gretel-Bergmann-Stadion stünde dann ausschließlich dem Schulsport und der vereinsorganisierten Leichtathletik zur Verfügung.

Die Investitionskosten am Grasigen Weg wurden 2011 auf etwa 5 Millionen Euro geschätzt; an Grundstückserlösen und Zuschüssen wurden damals rund 1,7 Millionen Euro angenommen, demzufolge bliebe ein Defizit von 3,3 Millionen.

"Es klemmt hinten und vorn"

Zusätzlicher Hallenbedarf: Das sagen die Fraktionen

Die Dreifeldhalle in Laupheim und den Hallenneubau in Bihlafingen gleichzeitig in Angriff nehmen: Das forderte der FW-Fraktionschef Erwin Graf. Das Bihlafinger Projekt müsse mit Weitblick angegangen werden, sagte er. Laupheims kleinster Teilort sei attraktiv für Bauwillige, weiterer Einwohnerzuwachs zu berücksichtigen. Die Halle müsse multifunktional ausgelegt werden. Eine Verlagerung des FV Olympia Laupheim an den Grasigen Weg sei wegen der dort besseren Entwicklungsmöglichkeiten sinnvoll.

Bei den Hallenkapazitäten in der Kernstadt stehe man "mit dem Rücken zur Wand", sagte Hilmar Kopmann. Auch bei den Schulen "klemmt es hinten und vorn". Ein Anbau an die Mehrzweckhalle Baustetten wäre optimal. "Ich weiß nicht", so Kopmann an die Adresse von IKPS, "wie man keinen Bedarf für Baustetten erkennen kann". Mit Blick auf die städtischen Finanzen stellte er fest: "Wenn nicht jetzt, wann dann."

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkhard Volkholz hält ein Fußballzentrum am Grasigen Weg für eine zukunftsfähige Lösung. Sein Antrag, zu untersuchen, ob die Mehrzweckhalle am Laubach erweiert werden und so zumindest ein Teilbedarf gedeckt werden kann, fiel durch. Bei der Einweihung 2007 sagte der planende Architekt Werner Lehmann, diese Halle sei so konstruiert, dass sie auf das Dreifache vergrößert werden könne.

Einstimmig folgte der Ausschuss dem CDU-Antrag, sofort mit der Planung und Realisierung einer multifunktionalen Sporthalle in Bihalfingen und einer Dreifeldhalle in Laup-heim zu beginnen. Kernstadt und Teilort dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Weil man in Bihalfingen, anders als in Laupheim, sofort loslegen könne, werde sich quasi von selbst eine zeitliche Reihenfolge ergeben. Volkholz erinnerte an den "eindeutigen politischen Beschluss" des Gemeinderats im November, in Bihalfingen neu zu bauen. Benötigt werde eine "ballsporttaugliche Kulturhalle, 27 mal 15 Meter groß", definierte Franz Romer.

"Man muss ehrlich draufschauen. Es hilft nicht, nur die eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu rücken", forderte Iris Godel-Ruepp (OL). Zur notwendigen Größe der Halle in Bihlafingen gebe es unterschiedliche Meinungen. Dass dieser Teilort etwas brauche, sei unstrittig.

Godel-Ruepp lobte die "sehr konstruktiven" Gespräche in der Planungsgruppe. Die Vereine hätten für die Schulen und die Stadt mitgedacht.

"Wir sollten mutig zu dem Beschluss stehen, eine 27-Meter-Halle in Bihlafingen zu bauen", unterstrich Brigitte Schmidt (SPD). Dass der Teilort aktuell "nur" rund 800 Einwohner zähle, dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen.

Baustetten: Anbau wird geprüft

Gegen den Vorwurf der Kirchturmpolitik hat sich Peter Hertenberger, FW-Stadtrat und stellvertretender Baustetter Ortsvorsteher, verwahrt. Die Hallenkapazität in Baustetten reiche bei Weitem nicht aus, den Bedarf im Aktiven- und Gesundheitssport, von kulturtreibenden Vereinen und für sonstige Veranstaltungen zu decken. Daraus resultierten gravierende Konflikte bei der Nutzung. Die Bedarfsbilanzierung von IKPS sei in wichtigen Punkten falsch. Es handle sich nicht um eine reine Sport-, sondern um eine Mehrzweckhalle. Außer der Grundschule gebe es zwei Kindergärten und zwei überregionale Einrichtungen des Vereins Lernen Fördern. Vereins- oder Wettkampfsport sei fast nicht möglich wegen des ungünstigen Hallenzuschnitts. Die Baustetter Sportvereine fänden sich im Gutachten nur zum Teil wieder.

Für seine Fraktion beantragte Hertenberger den Anbau einer ballsporttauglichen Sporthalle an die Mehrzweckhalle, auf der Nordseite, Richtung Trainingsplatz. Der Ausschuss empfahl zu prüfen, ob ein solcher Anbau möglich ist. Die gleiche Dringlichkeit wie in Laupheim und Bihlafingen wurde mehrheitlich verneint.

"Unser Bedarf ist groß und wird größer", betonte Ortsvorsteher Dietmar Kögel und stellte in Aussicht: "Auch die Baustetter können laut schreien." Nicht in Ordnung sei, dass der Gemeinderat schon nächste Woche Beschlüsse fassen soll. Es müsse möglich sein, die Thematik zunächst im Ortschaftsrat zu behandeln.

Bihlafinger bestehen auf 27 mal 15 Meter

Dass Bihlafingen eine neue Sporthalle erhalten soll, ist Beschlusslage im Gemeinderat. Über die Größe und Ausstattung sei bisher aber nicht entschieden, stellte Verena Miller, Leiterin des Bürgermeisteramts, am Dienstag gegenüber der SZ und im Bihlafinger Ortschaftsrat klar.

Die in der Beschlussvorlage vom Montag genannte Option, eine Einfeldhalle für rund 2,5 Millionen Euro zu bauen, meine eine 250 Quadratmeter große, nicht ballspieltaugliche Gymnastikhalle, erklärte Miller. Dies beruhe auf dem IKPS-Gutachten, das eine ballspieltaugliche Einfeldhalle als nicht bedarfsgerecht für Bihlafingen einschätzt und eine Größenordnung von 250 Quadratmeter als ausreichend ansieht.

Die Bihlafinger Ortschaftsräte waren konsterniert. Es sei nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats im November für jedermann klar gewesen, dass eine ballspieltaugliche, 27 mal 15 Meter große Halle kommen soll, insistierten Peter Fritzenschaft, Ortsvorsteherin Rita Stetter und andere. Auch der Erste Bürgermeister und Kämmerer Gerold Rechle habe diese Größe bei den Haushaltsberatungen im Dezember bestätigt. Stetter: "Das steht so im Protokoll."

Einstimmig forderte der Ortschaftsrat den Gemeinderat auf, seinen Beschluss dahingehend zu präzisieren, dass Bihlafingen eine multifunktionale Halle mit 27-mal-15-Meter-Feld erhält.

Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim vom 12.07.2017