"Nordwesttangente muss kommen" - 6.12.17

Laupheims Kommunalpolitiker betonen: Die Querspange zwischen Ulmer Straße und B 30 ist wichtig und dringlich

Der Bau der Nordwesttangente - von der Einmündung der Kreisstraße Bronnen-Laupheim in die Ulmer Straße (kleiner Knoten unten) bis zur B30-Anschlussstelle Laupheim-Mitte (großer Knoten oben) - ist noch unsicher. Foto: LRA BC

Von Roland Ray

Laupheim - "Die Nordwesttangente muss kommen": Das haben Oberbürgermeister Rainer Kapellen und die Stadträte im Bau- und Umweltausschuss am Montag bekräftigt. Der Landkreis Biberach ist zwar in die Vorplanung eingestiegen, vergangene Woche wurden dem zuständigen Kreistagsausschuss drei mögliche Trassen vorgestellt. Doch der Kreiskämmerer Ralf Miller sprach bei dieser Gelegenheit auch von einem ergebnisoffenen Prozess.


"Am Ende kann es sein, dass wir es nicht machen", sagte Miller. Dem stellte Rainer Kapellen jetzt entgegen, wie dringlich und wichtig die Tangente für Laupheim sei. Von der Einmündung der Kreisstraße Bronnen-Laupheim (K 7519) in die Ulmer Straße (L 265) soll die neue Verbindung zur B 30 laufen, diese über- oder unterqueren und den Verkehr aus Richtung Bronnen und aus den Wohngebieten Bronner Berg Nord/Ringelhausen gebündelt zur Anschlussstelle Laupheim-Mitte und in Richtung Ehingen (L 259) ableiten. Experten versprechen sich davon eine deutliche Entlastung der Ehinger und der Ulmer Straße, im Einmündungsbereich bei der Leonhardskapelle um mehr als 50 Prozent. "Das macht wirklich Sinn", betonte Kapellen. Würde die Tangente nicht gebaut, "wird es keine spürbare Entlastung jetzt und in Zukunft geben", warnte Thomas Mayer vom städtischen Baudezernat.


"Die Nordwesttangente bedeutet für Laupheim sehr viel", stimmte die Stadt- und Kreisrätin Martina Miller (SPD) zu. "Man kann nur für die Umsetzung werben, aber man muss kämpfen darum." Es gebe "schon Stimmen, die diese Straße nicht unbedingt befürworten". Zu ihnen gehört der Grünen-Kreisrat Josef Weber. Er hat den Nutzen der Laupheimer Nordwesttangente vorige Woche im Kreistagsausschuss infrage gestellt. Der Eingriff in die Natur und die Kosten seien enorm - "ich würde sagen, wir lassen das".


Alfred Brehm kann darüber nur den Kopf schütteln: "Herr Weber soll sich mal eine Stunde an die Kreuzung bei der Leonhardskapelle stellen, dann weiß er vielleicht mehr", empfahl der CDU-Stadtrat am Montag. Auch die Aussage des Kreiskämmerers gebe zu denken. Da müssten die Laupheimer Kreisräte wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, schwant Brehm. Die geschätzten Kosten für die Tangente von acht Millionen Euro seien ebenso vertretbar wie der Flächenverbrauch.


Auch die Freien Wähler sind für den Bau der Verbindungsstraße, wie ihr Sprecher Peter-Paul Bochtler unterstrich: "Sie ist wichtig, um den Verkehr zu entzerren.“

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Ausgabe Laupheim vom 06.12.2017