Auch für Wohnbau herrscht Flächenbedarf - 11.10.18

Die angestrebte Teiländerung des Flächennutzungsplans geht etlichen Laupheimer Stadträten nicht weit genug

Wo künftig Wohn- und Gewerbegebiete entstehen können, wird über den Flächennutzungsplan geregelt. Foto: Michael Reichel/DPA

Von Roland Ray

Laupheim/Mietingen - Der rechtskräftige Flächennutzungsplan der Vereinbarten Verwaltungs-gemeinschaft Laupheim (VVG), der außer der Großen Kreisstadt die Gemeinden Achstetten, Burgrieden und Mietingen angehören, soll in acht Teilbereichen geändert und in sechs Teilbereichen berichtigt werden. Wegen dringlicher Vorhaben wurde hierzu ein vorgezogenes Teil-änderungsverfahren eingeleitet.


Den Ausschlag dafür habe ein Antrag aus Mietingen gegeben, hieß es am Montag im Bau- und Umweltausschuss des Laupheimer Gemeinderats. In Baltringen muss der Standort der Feuerwehr verlagert werden. Bisher ist sie in der Breite Straße untergebracht, nun soll an der Straße Hornberg ein neues Gebäude mit Fahrzeughalle, Gerätehaus, Waschhalle und Sozialräumen errichtet werden. Das dazu erforderliche Bebauungsplanverfahren ist abgeschlossen, allerdings kann der Bebauungsplan vorerst keine Rechtskraft erlangen, weil die überplante Fläche nicht im Flächennutzungsplan dargestellt wird. Die Gemeinde möchte das Vorhaben aber 2019 realisieren. Damit das funktioniert, braucht es eine Teiländerung des Flächennutzungsplans von 2015, vor der nächsten Gesamtfortschreibung.


Auch die VVG-Gemeinden Achstetten und Burgrieden haben Bedarf für ein solches Verfahren angemeldet (siehe gesonderten Text). Die Stadt Laupheim ihrerseits möchte, wie in der Mittwochausgabe berichtet, das Gewerbegebiet "Ost" erweitern und auf Gemarkung Baustetten 31,5 Hektar als gewerbliche Baufläche ausweisen lassen. Nach Angaben des Rathauses wird der Boden für zwei ortsansässige Betriebe benötigt, die sich vergrößern möchten, am bisherigen Standort aber keinen Platz dafür haben. Namen wurden nicht genannt.


Auf Gemarkung Untersulmetingen braucht es zudem eine Berichtigung im Flächennutzungsplan. Seit April ist dort der Bebauungsplan "Müssenweg II" rechtskräftig. Er wurde im beschleunigten Verfahren aufgestellt und weicht von den Darstellungen des Flächennutzungsplans ab.


"Nicht zufrieden geben"

Im Bau- und Umweltausschuss wurde am Montag Kritik laut, dass bei der angestrebten Teiländerung des Flächennutzungsplans andere Projekte und nicht zuletzt der Wohnbau in den Teilorten zu kurz kämen. Bei der Ratsklausur im April habe man aus Zeitgründen nicht abschließend über Entwicklungsflächen gesprochen, monierte Stadtrat Alfred Brehm (CDU). Weitere Schritte seien dann nicht erfolgt. "Mir gefällt das so nicht", bemängelte Brehm.


Franz Romer (CDU) erinnerte daran, dass im Untersulmetinger Gewerbegebiet mehrere Firmen Flächenbedarf hätten und die Unter- und Obersulmetinger sich ein Versorgungszentrum wünschten, die Behörden indes unter Verweis auf das Hochwasserrisiko mauerten. "Wir sollten uns nicht zufrieden geben und massiv vorgehen", forderte er.


Baustettens Ortsvorsteher Dietmar Kögel drängte darauf, parallel zum Flächennutzungsplan ein Gesamtkonzept für Gewerbe und Wohnen zu entwickeln. Burkhard Volkholz (CDU) mahnte an, auch das Projekt "vierte B 30-Auffahrt" aufzunehmen, falls noch nicht geschehen, und ebenso das Wohngebiet "Schlossgarten" in Laupheim, das 2019 auf den Weg gebracht werden solle. Werner Lehmann (Freie Wähler) verwies auf die lange Warteliste bei Bauplatz-Interessenten. Auch für den Wohnbau gebe es eine Dringlichkeit, "nicht nur für Gewerbe".


Würden jetzt alle Wünsche aufgenommen, liefe es auf eine Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans hinaus, sagte Thomas Echtle vom Baudezernat - "das dauert Jahre". Hier und jetzt gehe es aber um eilige Themen. Was nicht bedeute, dass keine Weiterentwicklung in den Teil-orten möglich sei, betonte Oberbürgermeister Gerold Rechle. Nötigenfalls könne man auch da mit Teiländerungen und anderen planungsrechtlichen Instrumenten operieren. Der Bedarf an Baugrund sei extrem, jedoch "versuchen wir nach außen nur zu expandieren, wenn wir's dringend brauchen". Gemäßigtes Wachstum sei angezeigt.

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Ausgabe Laupheim vom 11.10.2017