Stadt legt Bebauungsplan für Parkhaus Rabenstraße erneut aus - 22.6.17

Mehr Abstand zum Grundstück von Hedwig Wörz - Werner Lehmann vermisst Konzept zur Verkehrsführung

Von Roland Ray

Laupheim - Laupheim - Die Stadt wird den Bebauungsplan "Biberacher Straße - Rabenstraße, Teiländerung 1", der für den geplanten Parkhausbau aufgestellt wurde, erneut öffentlich auslegen. Am Montag gab der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats bei einer Gegenstimme (Burkhard Volksholz) grünes Licht.

Wie berichtet, hat die Verwaltung den im Verfahren befindlichen Bebauungsplan vor allem wegen wiederholter Einsprüche von Hedwig Wörz, die direkt neben dem Parkhaus Rabenstraße wohnen müsste, nochmals geprüft und überarbeitet. "Wir haben inhaltlich versucht, Frau Wörz entgegenzukommen", sagte Stadtbaumeisterin Marion Kazek der SZ. So sei man mit der Baugrenze von Wörz' Grundstück abgerückt; auch bei den Abstandsflächen bleibe die Stadt unter ihren Möglichkeiten.

Eine Schallimmissionsprognose für das Parkhaus wird jetzt ausführlicher in der Begründung des Bebauungsplans abgehandelt. Demnach werden die Richtwerte tagsüber um sechs bis zehn Dezibel und nachts in der Regel um zwei bis sechs Dezibel unterschritten. Bei kurzzeitigen nächtlichen Geräuschspitzen - etwa durch das Zuschlagen einer Kofferraumklappe - könne der Pegel jedoch um bis zu zwei Dezibel überschritten werden. Mit dem Einbau von schallabsorbierenden Akustikelementen unter den Decken will die Stadt dem steuern.

Wir stehen zu dem Parkhaus, zum Standort und zum Bebauungsplan", nahm Werner Lehmann für die Freien Wähler Stellung. Dass im Planwerk Angaben zur Verkehrsführung fehlten, sei freilich höchst ärgerlich. "Ein bisschen Verkehrskonzept", so Lehmann, gehöre an diesem sensiblen Standort unweit der Schulen dazu. "Man hätte sich zumindest Gedanken machen können."
"Wesentlich bessere Standorte"

Fundamentale Kritik übte der CDU-Fraktionschef Burkhard Volkholz: "Ich persönlich bin kein Freund dieses Parkhauses an dieser Stelle, mitten in einer Wohngegend und in einer Schulstraße", sagte er. "Da haben wir wesentlich bessere Standorte in Laupheim, zum Beispiel die Bronner Straße oder die Tiefgarage hinter der Volksbank." In der Rabenstraße sei eine zusätzliche Verkehrsbelastung zu erwarten, in der Folge eine erhöhte Gefährdung von Schülern, Fußgängern und Radfahrern, sowie Lärm, den insbesondere die Anwohner ertragen müssten. Fazit: "Das passt irgendwie alles hinten und vorne nicht."

"Wir haben A, B und C gesagt. Es wäre Quatsch, jetzt von vorn anzufangen", hielt Anja Reinalter (Offene Liste) dagegen. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es gute Lösungen geben wird. Hinsichtlich der Lärmthematik könnte es hilfreich sein, bald ein Bewirtschaftungskonzept aufzustellen, gerade auch für die Nutzung des Parkhauses bei Nacht. "Wir hatten ein solches Konzept, zumindest in großen Zügen, für die heutige Sitzung erwartet", sagte Brigitte Schmidt (SPD).

Vorarbeiten in Sachen Bewirtschaftung seien angelaufen, versicherte Oberbürgermeiser Rainer Kapellen. Marion Kazek sagte, dass man beim Projekt Parkhaus vorankommen wolle, Einwände gleichwohl umfänglich geprüft würden: "Es wird keiner vergessen". Die Verwaltung werde beim Satzungsbeschluss gebündelt darlegen, welche Abwägung sie bei den eingegangenen Stellungnahmen zur erneuten Auslegung des Bebauungsplans vorgenommen habe.

Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim vom 22.6.2017