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Gerold Rechle wird Laupheims neuer Oberbürgermeister - 11.12.17

Der Erste Bürgermeister und Stadtkämmerer setzt sich bei der Wahl gegen Ingo Bergmann aus Ulm-Unterweiler durch - Schwache Wahlbeteiligung von 41,5 Prozent

Der Moment der Gewissheit: Der Wahlsieger Gerold Rechle strahlt die Ergebnistafel an, bedacht mit einem liebevollen Blick seiner Lebensgefährtin Petra Engstler-Karrasch. Es applaudierten seine Mutter Magdalena Rechle (rechts) und seine Töchter mit ihren Partnern (dahinter). Foto: Axel Pries

Laupheim - reis - Gerold Rechle heißt der künftige Oberbürgermeister in Laupheim. Der 53-Jährige, aktuell Erster Bürgermeister und Kämmerer der Stadt Laupheim, setzte sich bei der Wahl am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis mit 58,45 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den einzigen Mitbewerber Ingo Bergmann durch. Der 39-Jährige aus Ulm-Unterweiler erhielt 41,16 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,5 Prozent. Rechle tritt sein Amt am 5. März 2018 an. Der jetzige OB Rainer Kapellen hatte nicht mehr kandidiert.

In 19 der 20 Wahlbezirke - darunter auch drei Briefwahlbezirke - hat Gerold Rechle die Wahl für sich entschieden, allein in Bihlafingen setzte sich Ingo Bergmann mit 55,4:43,3 Prozent der Stimmen durch. Relativ knapp ging es in Baustetten zu, dort holte Rechle 51,5, Bergmann 48,3 Prozent der Stimmen. Die Stimmenauszählung im Baustetter Rathaus endete mit einem hauchdünnen 173:172 für Rechle.

Um 18.40 Uhr entlädt sich die Spannung in Applaus

Ein Appell an die Einheit Laupheims: Gerold Rechle bei seiner ersten Ansprache nach dem Wahlerfolg. Foto: Axel Pries

Laupheim - reis -Laupheim bekommt einen neuen Oberbürgermeister. Groß war die Schar der Gratulanten, als das Ergebnis am Sonntag gegen 18.40 Uhr feststand.

Sonntagabend, 18 Uhr in Laupheim: Nichts geht mehr. Die Wahllokale schließen, die OB-Wahl ist gelaufen. Im Rathaus summt es wie in einem Bienenstock. Mehr als 150 Bürger drängen sich im Foyer, auf den Treppen und Fluren, tauschen letzte Prognosen aus. Alle Blicke sind auf die Videoleinwand gerichtet, gespannt warten die Menschen auf die ersten Ergebnisse der Auszählung. Noch liegen die OB-Kandidaten gleichauf, bei Null-komma-null Prozent.

Neun Minuten nach sechs ändert sich das Bild. 66 Prozent der Stimmen im Wahllokal Welsche Höfe, das als Erstes meldet, stehen für Gerold Rechle zu Buche, 34 Prozent für Ingo Bergmann. Und alle fragen sich: Kann der Erste Bürgermeister diesen Vorsprung halten?

Nicht ganz, aber Rechle bleibt in Führung. In rascher Folge laufen nun die Resultate aus den 17 Wahlberzirken ein. Bergmann knabbert am Vorsprung des Konkurrenten, kommt bis auf ein Zwischenergebnis von 56,3 zu 43,3 Prozent heran. Einholen oder gar überholen kann er ihn jedoch nicht.

18.30 Uhr: Jetzt fehlen nur noch die drei Briefwahlbezirke. Die Musiker der Stadtkapelle und des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehr machen sich fertig, dem künftigen OB ein Ständchen zu spielen. Gerold Rechle und seine Partnerin Petra Engstler-Karrasch stehen im Kreis der Familie - und können längst schon lächeln. Erste Zurufe. Gleich ist's geschafft. Aber auch Ingo Bergmann, begleitet von seiner Frau Lea, erntet beifälliges Kopfnicken und anerkennende Worte.

Das Briefwahlergebnis ist da. Die Spannung entlädt sich in Applaus. Der Sieger Rechle wird von den Seinen geherzt. Die Stadtkapelle spielt den Marsch "Hoch Schwaben". Unter den ersten Gratulanten ist Ingo Bergmann, als fairer Verlierer schüttelt er Rechle die Hand.

Noch-OB Rainer Kapellen verkündet das vorläufige Endergebnis, das der Gemeindewahlausschuss prüfen und am Dienstag bestätigen muss. Die Wahlbeteiligung sei etwas hinter den Erwartungen geblieben, sagt Kapellen; der Schneefall habe wohl dazu beigetragen. Zwei "ausgesprochen gute Kandidaten mit ganz unterschiedlicher Strategie" habe Laup-heim erlebt, sagt der OB und dankt für einen fairen Wahlkampf. Seinem Nachfolger im Amt wünscht er "alles Gute, viel Kraft und Gesundheit und immer ein glückliches Händchen zum Wohle dieser Stadt".

Mehr als achtbar habe sich Bergmann geschlagen, attestiert Landrat Heiko Schmid. Aber natürlich wüssten die Laupheimer, was sie an Rechle haben. Die Weichen seien nun gestellt, "die Stadt Laupheim kann sich gedeihlich weiterentwickeln."

Gerold Rechle dankt für den Vertrauensbeweis und gelobt, sein Amt mit Herzblut und Leidenschaft auszuüben, als erster Diener der Stadt - "ich bin dankbar und stolz, ein Teil von Ihnen zu sein", ruft er der Menge zu. Nur zusammen könne man die Zukunft Laupheims gestalten, sagt er. "Ich reiche Ihnen allen die Hand und bin zuversichtlich, dass wir das miteinander hinbekommen.“

Ingo Bergmann: "Sag niemals nie"

Faire Geste: Der unterlegene Kandidat Ingo Bergmann (links) gratuliert Gerold Rechle zum Wahlsieg. Foto: Axel Pries

Laupheim - ry - Vor fünf Wochen sei mit diesem seinem Abschneiden bei der Laupheimer Oberbürgermeisterwahl nicht zu rechnen gewesen, sagt der unterlegene Kandidat Ingo Bergmann am Sonntagabend im Rathausfoyer. "Für mich war es ein bisschen wie Speed-Dating", lässt er seinen Wahlkampf Revue passieren und dankt den Laupheimern für "die herzliche Aufnahme".

Das Wahlergebnis zeige, "dass es nicht ganz schlecht gelaufen ist", sagt Bergmann. "Es kann funken, und das hat es." Von daher scheide er nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Bergmann sieht sich aber in jedem Fall ermutigt und ermuntert, mit Laupheim in Verbindung zu bleiben. Spricht's und erinnert an den Titel eines James-Bond-Films: "Sag niemals nie". Vielleicht, so der 39-Jährige aus Ulm-Unterweiler, "sehen wir uns dann in acht Jahren wieder“.

Copyright Schwäbische Zeitung
Ausgabe Laupheim vom 11.12.2017