Grüne Oase entsteht in der Stadtmitte - 24.5.17

Zwischen Mittel- und Rabenstraße soll ein Quartiersplatz gebaut werden

Ein Quartiersplatz mit Piazza und Spielmöglichkeiten soll auf dem Areal zwischen Mittel- und Rabenstraße entstehen.  Grafik: Büro Baubotanik

Von Johannes Nuß

Laupheim - Der bestehende Parkplatz zwischen Mittel- und Rabenstraße soll zu einem öffentlichen Quartiersplatz umgebaut werden. Das hat der Laupheimer Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen beschlossen.

Mit der Planung des Platzes wurde nach knapp eineinhalbstündiger Diskussion das Planungsbüro "Baubotanik" aus Stuttgart beauftragt, das mit seinem Vorschlag zur Umgestaltung des Platzes den Mitbewerber "Freiraumwerkstadt" aus Überlingen ausstach. Die Parkplätze, die durch eine Bebauung wegfallen würden, könnten relativ problemlos durch die Bereitstellung von städtischen Flächen an der unteren Mittelstraße wieder ausgeglichen werden, unterstrich Stadtbaumeisterin Marion Kazek.

Die Idee ist, die verschiedenen Wegachsen vor Ort miteinander zu verbinden, durch Begrünung sowie bauliche Veränderungen eine angenehme Aufenthaltsqualität zu schaffen und für die Friedrich-Uhlmann-Schule einen Spiel-, Frei- und Pausenraum zur Verfügung zu stellen. Die Umgestaltung wird unter anderem erforderlich, weil mit dem geplanten Parkhausbau an der Rabenstraße der Spielbereich der angrenzenden Schule schrumpft. Dieser Verlust muss laut dem Regierungspräsidium Tübingen ausgeglichen werden. Darüber hinaus soll der Platz auch als Aufenthaltsort für die Öffentlichkeit dienen.

Grünes Klassenzimmer und Baumzirkus

Der Entwurf des Planungsbüros "Baubotanik" zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Begrünung aus. So soll unter anderem ein "grünes" Klassenzimmer und ein sogenannter Baumzirkus - in den Klettergerüste integriert werden können - entstehen. Der Eingang an der Mittelstraße soll den Auftakt bilden und den Besucher über Wege auf eine Piazza führen. Von dort aus sollen dann verschiedene Orte zugänglich sein: das "grüne" Klassenzimmer mit großen Stufen als Sitzfläche, ein Spielbereich und der Bolzplatz mit einem weiteren angrenzendem Spielbereich.

CDU fehlt städtebauliches Gesamtkonzept

In der Diskussion gab CDU-Stadtrat Burkhard Volkholz zu bedenken, dass der letzte Versuch, einen Platz mit Aufenthaltsqualität auf dem Rupf-Areal zu realisieren, gründlich in die Hose gegangen sei. Ebenso bemängelte er, dass die früher angedachte Verkehrsspange zwischen Mittel- und Rabenstraße damit endgültig Geschichte wäre. Überhaupt fehle ihm und seiner Fraktion ein städtebauliches Gesamtkonzept für den Bereich zwischen unterer Mittelstraße und Rabenstraße. Auch wies er darauf hin, dass das Verkehrskonzept für den geplanten Bereich dringend angepasst werden müsste. Weiter sagte Volkholz, dass er ernsthafte Zweifel daran habe, ob eine Diskussion über die Vor- und Nachteile in Anwesenheit beider Planungsbüros in einer öffentlichen Sitzung überhaupt stattfinden darf. Volkholz verwies ferner darauf, dass die Vergabe der Planung nicht objektiv, sondern quasi aus dem Bauch heraus erfolge. Er habe starke Zweifel daran, ob dies einer juristischen Prüfung standhalte.

Zu diesem Einwand von Volkholz passte am Montagabend auch die Tatsache, dass durch die Verwaltung dem Gremium die Möglichkeit genommen wurde, nach der Vorstellung des ersten Entwurfs durch das Planungsbüro "Freiraumwerkstadt" den Planern Fragen zu stellen. Lediglich nach der Vorstellung des zweiten Entwurfs durch das Planungsbüro "Baubotanik", der später auch angenommen wurde, gab es die Möglichkeit für die Stadträte, Fragen an die Planer von "Baubotanik" zu stellen. Die Planer des Büros "Freiraumwerkstadt" wurden zu dieser Fragerunde nicht noch einmal in den Sitzungssaal geholt. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung zu diesem Vorgang hieß es, dass aus der Runde der Gemeinderäte keine Fragen bestanden hätten.

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Ausgabe Laupheim vom 24.05.2017