Parkhaus in der Rabenstraße verzögert sich - 29.3.17

Stadt arbeitet beim Bebauungsplan nach und will ihn erneut auslegen - Neue Hürden beim Kita-Projekt Edith-Stein-Straße

Von Roland Ray

Laupheim - Noch vor Weihnachten wollte die Stadt das Parkhaus Rabenstraße eröffnen, doch daraus wird nichts. Die Fertigstellung werde sich nach jetzigem Stand um drei bis vier Monate verzögern, gab Oberbürgermeister Rainer Kapellen am Montag im Gemeinderat bekannt. Als Grund nannte er Unsicherheiten beim Bebauungsplan.

Stadtbaumeisterin Marion Kazek erklärte dazu auf Nachfrage der SZ, aufgrund der wiederholten Einsprüche der Nachbarin Hedwig Wörz habe die Verwaltung den im Verfahren befindlichen Bebauungsplan nochmals gründlich geprüft. Man wolle alle Möglichkeiten ausschöpfen, den Bedenken Rechnung zu tragen und einen bestmöglichen Nachbarschutz zu gewährleisten. "Deshalb werden Lärmschutzbestimmungen und -obergrenzen nicht nur im Bauantrag geprüft, sondern auch in den Bebauungsplan übernommen. Mit Darstellung einer Höhenlinie im Lageplan soll die Lesbarkeit verbessert werden." Nach der Einarbeitung dieser Punkte werde der Plan ein weiteres Mal ausgelegt, um der Bürgerschaft Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben, kündigte Kazek an.

Wie berichtet, hat die Rentnerin Hedwig Wörz, die direkt neben dem Parkhaus wohnen müsste, im Januar ihren Einspruch von 2016 erneuert. Ihre Bedenken seien unvollständig und zum Teil sehr oberflächlich abgewogen worden. Wesentliche Punkte wie Lärm, Verkehr, Belichtung, Besonnung oder Abgase "wurden nicht berücksichtigt beziehungsweise in unzulässiger Weise auf die Ebene der Baugenehmigung verschoben", bemängelte Wörz. Die vorgesehene Bebauungsplanänderung verstoße gegen diverse gesetzliche Vorgaben.

Über die Baugenehmigung entscheidet das Regierungspräsidium Tübingen.


Neue Hürden tun sich für die Stadt unterdessen beim Bau eines viergruppigen Kindergartens in der Edith-Stein-Straße auf. Auch bei diesem Projekt sei mit einer viermonatigen Verzögerung zu rechnen, informierte Rainer Kapellen den Gemeinderat - "das wird sich bis Ende Januar 2018 ziehen". Für die Kinder, die dort ab Herbst betreut werden sollten, müsse die Verwaltung Übergangs-lösungen suchen.

Das Kita-Projekt stockt, weil die Stadt bisher keinen Generalunternehmer für die Bauausführung findet, sagte die Stadtbaumeisterin auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung. Dabei sei von Seiten der Fachplaner alles vorbereitet.
Im Januar war bekannt geworden, dass auf Teilen des Baugrundstücks in der Edith-Stein-Straße der Boden erst ab 3,50 Meter Tiefe tragfähig ist und Erde ausgetauscht werden muss. Zudem lagen zwei Einsprüche von Nachbarn vor.

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Ausgabe Laupheim vom 29.03.2017