"Fast wie ein Sechser im Lotto" - 20.4.18

Stadträte freuen sich, dass auf Gelände der ehemaligen Werkzeugfabrik Wohnungen entstehen sollen

Auf dem Gelände der ehemaligen Werkzeugfabrik, direkt an der Rottum und gegenüber dem Parkba, möchte der Investor Steffen Ripple Wohnhäuser bauen. Skizze: Stadt Laupheim

Von Roland Ray

Laupheim - Bis zu 200 Wohnungen möchte der Unternehmer Steffen Ripple in Etappen auf dem Gelände der ehemaligen Laupheimer Werkzeugfabrik realisieren (die SZ berichtete). Am Montag hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats die dafür erforderliche Änderung des Bebauungsplans "Obere Wiesen I" auf den Weg gebracht.


Das etwa 2,5 Hektar große Grundstück an der Fabrikstraße ist in Familienbesitz. Die jetzt dort stehenden Hallen hat Steffen Ripple an Gewerbetreibende vermietet. Nach und nach will er diese Nutzung aufgeben und auf dem Areal ein Wohnquartier entwickeln. Am liebsten würde er noch dieses Jahr loslegen, sagte Ripple im März der "Schwäbischen Zeitung". In einem ersten Bauabschnitt sollen zweimal zwei Mehrfamilienhäuser mit zusammen etwa 40 Mietwohnungen entstehen.


Die Sprecher der Ratsfraktionen zeigten sich begeistert von dem Projekt. "Das ist fast wie ein Sechser im Lotto, dass an dieser Stelle investiert wird", sagte Werner Lehmann (Freie Wähler). Der innenstadtnah gelegene Standort sei für Wohnungsbau hochattraktiv. Lehmann sieht eine Chance für die Stadtentwicklung - "da müssen wir dabei sein und alles dafür tun, dass es was wird".


Miller: "einmalige Chance"
Martina Miller (SPD) sprach von einer "einmaligen Chance", Wohnraum für Menschen aller Einkommensklassen zu schaffen. Sie wünscht sich, dass ökologisch nachhaltig gebaut wird, und brachte den Gedanken ins Spiel, die eine oder andere historische Halle zu erhalten: "Die Werkzeugfabrik war von großer Bedeutung, sie hat viele Laupheimer ernährt." Auch Millers Großvater hat dort gearbeitet.


Das Bauamt habe angeregt, ein altes Backsteingebäude in die künftige Gestaltung des Quartiers zu integrieren, berichtete die Stadtbaumeisterin Marion Kazek - "das wird geprüft". "Gänsehaut" verspüre sie bei diesem Projekt, sagte Iris Godel-Ruepp - "wir können uns glücklich schätzen, auch was die Herangehensweise des Investors betrifft". In diesem Quartier "werden alle wohnen wollen", ist die Stadträtin der Offenen Liste überzeugt. "Wir müssen schauen, wie können wir das Vorhaben unterstützen und eine hohe Qualität hinbekommen."

Lobende Worte auch von der CDU: Christian Striebel hob den geplanten Stellplatzschlüssel von 1,5 hervor - die Landesbauordnung verlangt nur einen Stellplatz pro Wohneinheit. Positiv sei ferner, dass die von Steffen Ripple und seinem Architekten Daniel Schmid neulich im Gestaltungsbeirat der Stadt Laupheim vorgestellten Entwürfe einen öffentlichen Geh- und Radweg entlang der Rottum vorsehen und den späteren Bau einer Kindertagesstätte ermöglichen.


Verbesserungspotenzial erkennt Striebel beim Parkkonzept. Der Architekt möchte in den Wohngebäuden etwa auf Erdgeschosshöhe Stellplätze für die Hausbewohner schaffen; Tiefgaragen seien aus wasserrechtlichen wie aus Kostengründen keine Option, sagte er im Gestaltungsbeirat. Das sei optisch wenig ansprechend, wandten am Montag Striebel und Marion Kazek ein. Der Gestaltungsbeirat hat angeregt, die Hangkante im Norden zu nutzen; sie sei wie gemacht für eine Parkgarage, in der man zentral möglichst viele Autos unterbringen könnte.