Ganztagsbetrieb soll 2019 starten - 21.9.18

Stadträte geben grünes Licht für das Konzept der Grundschule Bronner Berg

Ende Februar 2019 soll das "Haus des Kindes " eröffnen. Der Neubau bietet Platz füür eine viergruppige Kita und für den künftigen Ganztagsbetrieb an der Grundschule Bronner Berg. Foto: Roland Ray

Von Roland Ray

Laupheim - Die Grundschule Bronner Berg will ab dem Schuljahr 2019/2020 Ganztagsbetreuung anbieten. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats hat die Stadtverwaltung am Montag beauftragt, beim Regierungspräsidium Tübingen einen entsprechenden Antrag zu stellen.


Schulleitung und Kollegium am Bronner Berg haben ein pädagogisches Konzept erarbeitet und die Inhalte mit dem Schulamt und der Stadt als Schulträger abgestimmt. Das Konzept sieht "Vier Wochentage à acht Zeitstunden" - von 8 bis 16 Uhr - "in Wahlform für die Klassen eins bis vier" vor. Wahlform bedeutet, dass die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind zum Ganztag anmelden und es die einschlägigen Angebote nutzen kann. Anmeldungen sind für ein Schuljahr verbindlich. Wichtig auch: Alle Kinder, ob Ganztagsschüler oder nicht, gehen in dieselbe Klasse und werden gemeinsam unterrichtet.


Die Rektorin Carola Peter-Weiß hat das Konzept am Montag den Stadträten vorgestellt. Die Ganztagsschule sei geeignet, die Schülerpersönlichkeit und die Gemeinschaft zu stärken; sie fördere selbstorganisiertes Lernen, ermögliche rhythmisiertes Lernen und ein pädagogisch qualifiziertes, gezieltes Eingehen auf Schwächen und Begabungen der Kinder in verschiedenen Fächern.


Für das Ganztagsangebot erhält die Schule zusätzliche Lehrerstunden. Es umfasst Lernbänder (inklusive Hausaufgabenbetreuung), AGs, Lernwerkstätten, Spiele, sportliche, musische und kreative Angebote. An zwei Nachmittagen ist Unterricht. Jugendbegleiter sollen die Lehrkräfte unterstützen, Kooperationen mit Vereinen werden angestrebt. Die Mittagspause steht unter dem Motto "Essen - Ruhen - Toben und Spielen".


Die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb schafft die Stadt im "Haus des Kindes", das Ende Februar 2019 eröffnen soll. "Wir liegen zeitlich und finanziell im Plan", sagte Josef Schoch, Dezernent für Bildung, Betreuung und Soziales. Drei Klassenzimmer, Mensa, Bewegungsraum, Lernatelier, Lounge, Kreativraum und eine Bücherei mit Lese-Ecke stehen der Grundschule Bronner Berg zur Verfügung.


Offenbar großes Elterninteresse

Im April haben Schulleitung, Kollegium und Vertreter der Stadt die Elternschaft bei einer Abendveranstaltung ausführlich informiert. Danach ergab eine Umfrage an der Schule, dass die Eltern von 62 Kindern - ziemlich genau ein Drittel - ihre Tochter oder ihren Sohn für den Ganztagsbetrieb in der beschriebenen Form anmelden würden. Ein "großartiges Ergebnis", resümierte Josef Schoch; allenfalls die Hälfte an Ja-Stimmen habe man sich erhofft.


Der steigende Bedarf an Ganztagsbetreuung in den Kitas löst freilich auch eine wachsende Nachfrage an den Grund- und weiterführenden Schulen aus, stellt die Stadtverwaltung fest. Als die Anna-von-Freyberg-Grundschule 2009/2010 den Ganztagsbetrieb einführte, geschah das mit sieben Kindern. Im Schuljahr 2017/2018 machten bereits 79 von etwa 400 Schülern von diesem Angebot Gebrauch.


An der Grundschule Bronner Berg sollen auch künftig - neben der Gestaltung der Mittagszeit für die Ganztagsschüler - die verlässliche Grundschule und eine flexible Nachmittagsbetreuung angeboten werden; beides ist kostenpflichtig. Der Hort, seit dem Abbruch der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Sana-Klinik untergebracht, wird zum Ende des Schuljahrs 2018/2019 in die Ganztagsschule übergehen. An beiden Grundschulen in der Kernstadt gebe es jetzt die gleichen Angebotsformen und Betreuungszeiten, erklärte Josef Schoch.


Das Votum der Stadträte, den Ganztagsbetrieb an der Grundschule Bronner Berg zu beantragen, war einstimmig. Gleichwohl, meinte Clemens Graf Leutrum (CDU), sei es "schön zu sehen, dass Eltern sich auch anders entscheiden". Die Mehrheit könne sich offenbar noch die Zeit nehmen, mit den Kindern die Nachmittage zu verbringen, sagte er mit Blick auf die Elternumfrage. Das Ganztagskonzept werde "auf Dauer nur funktionieren, wenn die AGs funktionieren“.