Standort am Laubachweg gilt als Favorit für neue Mehrfachsporthalle - 17.1.18

Stadtbaumeisterin Marion Kazek stellt Prüfergebnisse vor - Auch die Optionen für den Bau einer Parkgarage werden untersucht

Dort, wo jetzt die Reithalle am Laubachweg steht, könnte die Stadt demnächst eine Mehrfachsporthalle bauen. Foto: Roland Ray

Laupheim - Das Areal am Laubachweg, auf dem jetzt eine Reithalle steht, schält sich bei der Suche nach einem Platz für eine neue Mehrfachsporthalle als Favorit heraus. Einstimmig hat der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats am Montag die Stadtverwaltung beauftragt, die Planung für eine Dreifachhalle an diesem Standort zu vertiefen und Baurecht zu schaffen.


Fünf Flächen, die für eine Dreifach- oder Vierfachhalle infrage kommen könnten, hat das Baudezernat geprüft und bewertet:


Kleemeisterei: Südlich der Tennishalle ist ein größeres Grundstück in städtischem Besitz. Es wird derzeit teilweise vom Naturschutzbund genutzt. Ohne weiteren Bodenzukauf sei dort nur ein Gebäude unterzubringen, in dem zwei Zweifachhallen aufeinander gestapelt sind, erklärte die Stadtbaumeisterin Marion Kazek, weil das Nabu-Vereinsheim erhalten und der Abstand zum Wald gewährleistet werden müsse. Für Autostellplätze bräuchte es eine - teure - Tiefgarage.


Grundstück südlich des Nabu-Vereinsheims an der Straße Kleemeisterei: Der Eigentümer hat laut Kazek Interesse an einem Verkauf bekundet, die Preisvorstellungen seien hoch. Auch hier wäre nur eine gestapelte Halle denkbar.


Grasiger Weg: Viel Platz, oberirdische Parkplätze, keine Wohnquartiere betroffen. Die Entfernung zu den Schulen beträgt allerdings 1,3 Kilometer (Luftlinie).


Parkplatz Gretel-Bergmann-Stadion: Dieses Areal gehört der Stadt, es dient als Vorfeld für das Stadion und die vorhandenen Sporthallen und als Parkfläche. Doch auch hier ginge nur eine Stapelhalle.


Reithalle am Laubachweg: Der Stadt gehört hier eine größere Fläche, auf der sich jetzt in Pacht ein Reitverein mit Koppeln und Halle befindet. Eine Vierfachhalle würde knapp, eine Dreifachhalle gut drauf passen. Nebenan stehen Wohnhäuser. Zu den Schulen sind es 400 Meter Luftlinie.


Das Baudezernat eröffnet zudem die Option, eine Tief- oder Hochgarage bei der neuen Sporthalle zu bauen. Bei Veranstaltungen und Bedarfsspitzen komme es bei den bestehenden Sportanlagen immer wieder zu Engpässen beim Parken. Eine dort angesiedelte Parkgarage könnte auch die Innenstadt entlasten. Je 50 Quadratmeter Sportfläche ist ein Stellplatz vorgeschrieben, ebenso für jeweils zehn bis 15 Tribünenplätze.


Eine Tiefgarage am Standort Reithalle könnte etwa 150 Autos fassen. Der Baugrund sei allerdings problematisch, hieß es; eine solche Lösung käme deutlich teurer als eine Hochgarage. Eine mehrgeschossige Hoch garage mit 240 Stellplätzen kann sich die Stadtbaumeisterin zwischen der Rottumhalle und der Lange Straße vorstellen. Die erforderlichen Flächen seien mittlerweile alle im Besitz der Stadt.


Die Räte haben die Verwaltung beauftragt, auch die Optionen, das Parkplatzangebot zu verbessern, vertieft zu untersuchen. Über den Bedarf an Tribünen will Marion Kazek mit den Vereinen reden.

Das sagen die Stadträte

Das sa­gen die Stadt­rä­te: "Der Stand­ort Reit­hal­le hat für uns ers­te Prio­ri­tät"

 "Eine Stapelhalle scheidet für uns aus", erklärte bündig Werner Lehmann für die Freien Wähler (auch die anderen Fraktionen sind dieser Meinung). Die Stadt benötige relativ schnell zusätzliche Sportflächen, deshalb sollten nur realistische Optionen weiterverfolgt werden. "Der Standort Reithalle hat für uns erste Priorität", betonte Lehmann. Angetan zeigte er sich auch von der Idee, zwischen Rottumhalle und Lange Straße eine Parkgarage zu setzen - "dieses Thema sollten wir parallel zur Sportstättenentwicklung intensiv betrachten".


Der Standort Reithalle sei "das Optimum dessen, was wir auch vergleichsweise zeitnah umsetzen können", sagte Clemens Graf Leutrum (CDU). Man sei klug beraten, auch auf das Thema Parken zu achten, schließlich komme mit der Hallenbaderweiterung ja noch eine neue Schwimmhalle dazu.


Martina Miller (SPD) befürwortet ebenfalls den Standort Reithalle, "die Schulnähe spricht für sich". Sie äußerte Zweifel, ob die Bedarfsspitzen beim Parken die hohe Investition in ein Parkhaus rechtfertigen. "Ich glaube nicht, dass es an dieser Stelle die Innenstadt entlasten würde. Da wäre überwiegend Leerstand." Im Übrigen biete der Parkbad-Parkplatz gerade abends eine Alternative.


Iris Godel-Ruepp (Offene Liste) würde die neue Halle zwischen Rottumhalle und Lange Straße platzieren und am Standort Reithalle Stellplätze schaffen. Ab da, so ihre Idee, sollten nur noch Anlieger weiter in Richtung der Schulen fahren dürfen. Auch für die Nachbarn hätte diese Anordnung Vorteile, denn "Sporthallen verursachen Lärm".


Eine neue Dreifachhalle in Laup-heim sei dringlich, meldete sich Baustettens Ortsvorsteher Dietmar Kögel zu Wort. Er erinnerte zugleich an den Antrag des Baustetter Ortschaftsrats an den Gemeinderat, die ebenfalls benötigte vierte Hallenfläche in Baustetten zu bauen. Der Gemeinderat möge darüber nochmals beraten, "unter Kenntnisnahme sämtlicher relevanter Fakten". Die Basis der im vergangenen Jahr gefassten Beschlüsse sei "fehlerhaft, da muss man nochmal ins Detail, um den echten Bedarf der Baustetter Schüler und Vereine zu erkennen“. (ry)

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Ausgabe Laupheim vom 17.01.2018