Zweistufiges Verfahren, jeweils zwei Entwürfe - 26.9.18

Das Rathaus sanieren oder neu bauen? Der Gemeinderat bringt Architektenwettbewerb auf den Weg

Sanieren oder abreißen? Über die Rathausfrage soll bald entschieden werden. Foto: Barbara Braig

Laupheim (ry) - Das Laupheimer Rathaus sanieren oder besser ein neues bauen? Von einem Architektenwettbewerb, der beide Optionen in den Blick nimmt, erhoffen sich OB Gerold Rechle und der Gemeinderat den entscheidenden Fingerzeig. Am Montag ist der Rat einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, ein zweistufiges Vergabeverfahren anzuschieben.


Stufe eins ist ein EU-weit ausgeschriebener öffentlicher Teilnahmewettbewerb. In einem zweiten Schritt soll dann eine bestimmte Anzahl von Architekturbüros mit einschlägiger Expertise ausgewählt und beauftragt werden, Vorschläge zu entwickeln. Rechle sprach von fünf bis sieben Büros, die in einem Planungswettbewerb jeweils eine Arbeit für ein saniertes/erweitertes Rathaus und einen Neubau einreichen müssen, seriöse Kostenschätzungen inklusive.


Begleitet wird die Stadt bei der Vorbereitung und Abwicklung dieses Vergabeverfahrens vom Stuttgarter Büro Kohler Grohe Architekten. Die Verwaltung will Auslobungskriterien erarbeiten, am 15. Oktober sollen die Stadträte darüber beschließen. Einen Sonderpreis lobt die Stadt für besonders wirtschaftliche Lösungen aus.


Das sei eine absolut seriöse und zielführende Vorgehensweise, sagte Werner Lehmann (Freie Wähler). "Wir freuen uns auf die Ergebnisse." Auch Martina Miller (SPD) war voll des Lobes: Dieser Weg eröffne Chancen, das beste Rathaus für die städtischen Mitarbeiter und für die Bürger zu finden.


"Beim Thema Rathaus helfen Emotionen nicht weiter, sondern nur handfeste, sachliche und fachliche Argumente für eine überzeugende Lösung", sagte Burkhard Volkholz (CDU). Deshalb begrüße seine Fraktion das vorgeschlagene Verfahren. Man erhoffe sich freilich auch realistischere Kostenschätzunge. Dies bisher genannten jeweils rund zehn Millionen Euro für die eine wie die andere Option seien gewiss zu niedrig angesetzt, wenn schon das "Haus des Kindes" mit sieben bis acht Millionen Euro zu Buche schlage. "Wir wollen ein repräsentatives Gebäude für eine moderne Verwaltung", forderte Volkholz. "Es soll funktional, wirtschaftlich, energetisch und ökologisch auf dem neusten Stand sein." Auf die Bibliothek könne die CDU aus Platzgründen am aktuellen Standort verzichten - "es bahnen sich andere Lösungen an". In jedem Fall aber sollte das seit Langem geforderte Bürgerbüro im Rathaus untergebracht werden. Die Bevölkerung und vor allem die betroffenen Nachbarn müssten "mitgenommen" werden, um Einsprüche und juristischen Streit wie beim "Laupheimer Hof" und beim Parkhaus Rabenstraße zu vermeiden.


Iris Godel-Ruepp (OL) tat sich schwer damit, bei den Wettbewerbsteilnehmern je einen Vorschlag für ein saniertes und ein neues Rathaus einzufordern: "Als kreativer Mensch brenne ich doch für eines!"


"Wir legen sogleich los", versicherte Rechle. Im Frühjahr 2019 könne womöglich schon ein Planungsauftrag erteilt werden. Der OB betonte: "Am Ende entscheidet der Gemeinderat. Selbst der erste Wettbewerbssieger ist nur eine Empfehlung des Preisgerichts an den Rat.“

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Ausgabe Laupheim vom 26.09.2018